Mittelaltermarkt: Klirrende Schwerter an den Burgmauern

Mittelaltermarkt : Klirrende Schwerter an den Burgmauern

Zwei Tage lang konnten Besucher in Namborn in die Vergangenheit reisen und interessante Einblicke gewinnen.

„Es hat sich in jedem Fall gelohnt, hierher zu kommen. Es war ein sehr schöner kleiner Markt“, sagte Bernd Becker, der mit Sohn Erick und Frau Tanja aus Herschweiler-Pettersheim angereist war. Außerdem kündigte an, im nächsten Jahr wieder vorbeizuschauen, um eine Schmiede auszustellen. „Der Markt mit seinem besonderen Flair ist auch deshalb interessant, weil er nicht auf Kommerz ausgerichtet ist“, fügte Jakob Frank aus Hoppstädten-Weiersbach hinzu. „Das hätte bestimmt auch früheren Gutsherren der Liebenburg gefallen“, mutmaßt Irmin Sebastian, der mit seinen Kindern Frank (sechs Jahre) und Silke (acht Jahre) zu den Gästen zählte. Sie alle meinten das sechste mittelalterliche Treiben auf der Liebenburg und auf dem Schlossberg in Eisweiler.

Die Gemeinde Namborn, der Verein die Tafelrunde sowie der Heimat- und Verkehrsverein hatten für die zweitägige Reise in die Vergangenheit so manches Volk auf die Burg gelockt. Händler boten ihre Waren feil, Handwerker demonstrierten längst vergessene Techniken. Die „Erste Hunsrücker Seifenmanifaktur“ aus Winterbach bei Bad Kreuznach hatte ein Sortiment aus selbst hergestellten Seifen ohne Zusätze auf Naturbasis mit den Düften Lavendel, Zitrone, Jasmin und Patchouli im Angebot. „Alle Rohstoffe kommen aus der Region, sind bio und in der Naturkosmetik zugelassen“, hieß es dazu.

Was man alles aus Leder machen kann, zeigte Peter Schneider aus Trier. Sascha Kirschenknapp von Knotix aus Elmstein in der Pfalz bot allerlei mittelalterliche Waren, Schmuck, Kinderspielzeug und Motivspiele an. Bei Gabriele Darg aus Überherrn waren es Handarbeiten aus eigener Werkstatt: Perlen, Edelsteine, selbst gemachter Unikatschmuck, Repliken und Bernstein. Außerdem zeigte sie, wie Glasperlen gedreht und hergestellt werden. Bei der Kinderkurzweyl Momo aus Merzig konnten die Kinder auf Drachen schießen und Edelsteine suchen. Nebenan liefen bei Karin und Janina Dünner die Spinnräder. „Wir spinnen heute Merino Wolle. Es ist eine ganz feine und weiche Wolle. Außerdem haben sie Leinen und Seiden gesponnen für die Bogenschützen. Die Seide ist für die Sehne der Bögen gedacht und das Leinen für Pfeile und Griffe“, erklärte Karin Dünner aus dem Bergischen Land ihre Handwerkskunst. Indessen jubelte Oliver Schmid. „Ich habe auf Anhieb mit dem Bogen ins Schwarze getroffen, war das cool“, freute sich der Zehnjährige.

Hinter den Wolfsbrüdern Saar versteckten sich die Mehringer Franken aus dem fünften und sechsten Jahrhundert. Die Gruppe mit ihrem Chef Haakon Johanson (Hans Jörg Marx) aus Gronig hatte Waffen aus dieser Zeit, Kampfschwerte, Kettenhemden und Lederpanzer mitgebracht.

Bei Pascal Lesch von der Freyen Söldnerschaft von Hagen aus Wadern konnten die Besucher ihr Können beim Weitwurf mit verschiedenen Äxten zeigen. Die Musikgruppe Pipes’n’Strings unter der Leitung von Christoph Oberweis zog mit Flöten, Saitenklang, Chalumeau, Dudelsack und Trommeln rund um die Burg. „Die Zuhörer und Zuschauer erleben hier eine interessante und unterhaltsame Darbietung, welche weniger die authentische Aufführungspraxis einer Musikrichtung anstreben, sondern auf spontane Weise Fröhlichkeit und Harmonie verbreiten“ betonte Oberweis.

Ritter Baldemar von Odenbach (Rüdiger Andres) berichtete den neugierigen Besuchern über Anfang und Untergang der festen Mauern und alles, was so mit der Liebenburg im Laufe der Jahrhunderte geschah. Zum weiteren mittelalterlichen Treiben rund um die Namborner Burg gehörten Zauberer, Ritter, Gaukler, Tänze, Ponyreiten, Bogenschießen und Schaukämpfe. Eine Taverne lud zum Verweilen ein. Ein Höhepunkt war die Feuershow am Samstagabend mit Pois, brennenden Feuerdochte an Ketten mit Fingerschlaufen. „Es war wieder ein gelungenes Fest“, resümierte Ludwig von Sötern (Ludwig Heil), der Chef der Tafelrunde.

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