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Chorgesang auf höchstem Niveau

Chorgesang auf höchstem Niveau

St. Wendel. Die Leitung des Chorverbandes, repräsentiert durch den Vorsitzenden Ingbert Schummer, hatte das Konzert unter das Motto "Ein Abend mit Klaus Fischbach" gestellt

St. Wendel. Die Leitung des Chorverbandes, repräsentiert durch den Vorsitzenden Ingbert Schummer, hatte das Konzert unter das Motto "Ein Abend mit Klaus Fischbach" gestellt. So hatte sie dem verdienten und vielseitigen Komponisten, Arrangeur und Musikpädagogen und seinem "Madrigalchor Klaus Fischbach" auch den dominierenden Part innerhalb der Konzertdarbietung eingeräumt.Zugleich aber auch stellten sich leistungsstarke Chorformationen des Kreises St. Wendel dem Publikum vor: der Frauenchor der Schaumberger Kantorei, Leitung Nina Larina; der Kinder- und Jugendchor "St. Peter" Theley, Leitung Thoma Martin, und der Männerchor Winterbach, der von Kreis-Chorleiter Hubert Hoffmann geleitet wird. Mehr als bloße instrumentale Auflockerung der Vokaldarbietungen boten die exzellent spielenden Musiker des Bläserensembles Clemens Scheidt aus Wemmetsweiler.Die Frauenstimmen der Schaumberger Kantorei trugen zwei ansprechende Volksliedbearbeitungen Fischbachs sowie zwei Chorstücke aus Fischbachs Zyklus "Meine Zeit" vor. Die routiniert agierende Frauengruppe intonierte tonrein, sang präzise und bewies auch bei den polyphon verschlungenen Passagen den hohen Leistungsstand des Chores. Dass auch junge Chorstimmen Beeindruckendes leisten können, zeigte Thomas Martin mit seinem Theleyer Kinder- und Jugendchor. Am Klavier von Sabine Haupert-Scherer einfühlsam begleitet, sangen die Jungen und Mädchen mit klaren Stimmen und attestierten so ihrem Chorleiter vorzügliche stimmbildnerische Arbeit. Alles an kindlich-musikalischem Leistungsvermögen wurde dann den jungen Stimmen abverlangt bei dem Zyklus "Drei Lieder für Kinder- und Jugendchor", den Fischbach eigens für die Theleyer Sänger geschrieben hatte.Perfektion an der TrompeteMusikalischen Hochgenuss bereiteten zu Beginn und zwischen den Vokalteilen immer wieder die Musiker des Bläserensembles Clemens Scheidt. Bewundernswert schon die technische Perfektion der beiden Trompeter, für die weder Höhe noch Tempo noch Expressivität ein Problem bilden. Vollends begeisternd jedoch die Beweglichkeit von Posaune und Tuba, am schönsten bei Hendersons "Tuba Tiger Rag". Auch der Männerchor Winterbach, der seine Hörer seit Jahren immer wieder mit seinem warmen, tonreinen, kultivierten Chorklang erfreut, sang Chorsätze von Fischbach. Thomas Martin begleitete routiniert die erfahrene Männertruppe. Den ganzen zweiten Teil des Konzerts bestritt Professor Fischbach mit seinem Madrigalchor allein. Der Chor hat nur etwas mehr als 20 Sängerinnen und Sänger; aber einen opulent fülligen, edlen Chorklang. Die Choristen, die nicht nur aus dem Saarland, sondern aus dem gesamten südwestdeutschen Raum kommen, sind alle in irgendeiner Weise mit Musik befasst, so dass sie doch als halbprofessionelles Ensemble gelten müssen. Größtes Hörvergnügen bereiteten die Sänger des Madrialchores mit stimmtechnisch perfekt und variantenreich vorgetragenen Chorsätzen ihres Chorleiters, die sie mal a cappella, mal im Wechsel mit dem Blechbläserensemble darboten. Makellos und von kaum zu überbietender Interpretationskunst ist alles, was diese Sänger anpacken, seien es die Bearbeitungen alter Musik zum Beispiel Chorsätze von Haßler - oder die vergnüglichen Volkslieddarbietungen, die aber immer von der hohen Satzkunst Fischbachs Zeugnis geben.In geschickt angelegter Steigerung bot der Chor dann eine Vokalbearbeitung des Rondos aus einem der Hornkonzerte Mozarts, zu der die Chorsängerin Elisabeth Hoffmann eine witzig-parodierende Textunterlegung angefertigt hatte. Im Reigen der humorvollen Chorliteratur folgte Richard Genées gern gesungenes, aber selten mit so großer Meisterschaft vorgetragenes "Insalate Italia". Nach einer Chorfassung von Stephen Sondhelms Musicalmelodie "Send in the clowns", meisterhaft am Klavier begleitet von Fischbach selbst, verabschiedete der Chorverbands-Vorsitzende Schummer mit schlichten Worten die Konzertbesucher.