Busfahrer lässt Schüler (11) zurück

Busfahrer lässt Schüler (11) zurück

Hoof. Stinksauer ist Susanne Persch (31). Auf die Saar-Pfalz-Bus GmbH, vormals RSW. Konkret: auf den Busfahrer der Linie 604, der unter anderem Schüler von Hoof ans St. Wendeler Cusanus-Gymnasium befördert. Denn der ließ gestern Morgen ihren Sohn Henry (11) abblitzen

Hoof. Stinksauer ist Susanne Persch (31). Auf die Saar-Pfalz-Bus GmbH, vormals RSW. Konkret: auf den Busfahrer der Linie 604, der unter anderem Schüler von Hoof ans St. Wendeler Cusanus-Gymnasium befördert. Denn der ließ gestern Morgen ihren Sohn Henry (11) abblitzen. Die wütende Frau: "Er hatte sein Schülerticket nicht dabei, weil sein Geldbeutel in einer anderen Tasche war, die er zu Hause gelassen hatte." Der Busfahrer habe ihrem Jungen erklärt, dass er sich einen Einzelfahrschein kaufen müsse. Die aufgebrachte Mutter: "Aber wie sollte er das? Er hatte doch kein Portemonnaie dabei." Der Fahrer ließ sich nicht erweichen, schickte den asthmakranken Jungen raus. Persch: "Ein Klassenkamerad, der hinten im Bus saß, lief noch nach vorn, um ihm Geld zu leihen. Doch da war es schon zu spät, die Türe zu." Der Bus rollte an.Was blieb Henry anderes übrig, als nach Hause zurückzulaufen? Schluchzend sei er angekommen. "Was wäre gewesen, wenn keiner mehr daheim gewesen wäre?", fragt sich die junge Mutter.Für Sabine Klär (42), Pressesprecherin der Saar-Pfalz-Bus in Saarbrücken, ist der Fall eindeutig: "In den Beförderungsbedingungen gibt es eine eindeutige Regelung: ohne Fahrschein keine Beförderung." Dazu seien alle Fahrer angehalten. Hintergrund der stringenten Haltung laut Klär: "Es gab zu viele Missbrauchsfälle." Unter anderem gefälschte Tickets oder Schüler, die ihren Monatsfahrschein verkauft haben sollen und Busfahrern erklärten, ihn zu Hause vergessen zu haben. Das habe zu immensem Verwaltungsaufwand geführt, die Adressen zu notieren und anschließend zu überprüfen, ob der Schüler tatsächlich eine Karte hat. Klär: "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Schüler jetzt zuverlässiger sind." Außerdem würden Kinder bis zehn Jahre immer mitgenommen, auch wenn sie ihr Ticket vergessen.

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