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Kläranlage
Eine moderne Kläranlage für Gisingen

Neubau der Kläranlage Gisingen: Im Vordergrund steht die alte noch im Betrieb befindliche Anlage, dahinter entsteht das neue Klärbecken.
Neubau der Kläranlage Gisingen: Im Vordergrund steht die alte noch im Betrieb befindliche Anlage, dahinter entsteht das neue Klärbecken. FOTO: Johannes A. Bodwing
Gisingen. Der Entsorgungsverband Saar informierte jetzt über die neue Kläranlage in Gisingen. Die Fertigstellung ist für Anfang 2019 geplant. Von Johannes Bodwing

Unangenehmes hat seinen Preis. So ist es auch beim Abwasser, dessen Säuberung hohe Kosten verursacht. Rund 3,2 Millionen Euro fallen nun für die vergleichsweise kleine Kläranlage in Gisingen an, stellte der Entsorgungsverband Saar (EVS) am Mittwochabend dar. Gegenüber dem Gisinger Sportplatz an der L 352 wird seit 4. Oktober gebaut. Dort steht ein Bagger in einem gut fünf Meter tiefen Loch.



Der Durchmesser dieses neuen Klärbeckens beträgt rund 20 Meter. Als Novum im Saarland enthält es später eine integrierte Regenwasserbehandlung, informierte der Zweckverband EVS im Gasthaus Bauer. Anwesend waren knapp drei Dutzend Personen, der Großteil davon Mitglieder von Orts- und Gemeinderat, Verwaltung, EVS sowie Planer und Baufirma.

Die alte Anlage aus dem Jahr 1978 wird solange weiter betrieben, bis das neue Becken sowie das Betriebsgebäude fertig sind, stellte EVS-Projektleiter Thomas Schuhler dar. Dann liegt eine verbesserte Reinigungsleistung vor, die auf biologischem Wege unter anderen auch Phosphat entfernt. Das gereinigte Wasser wird anschließend in den angrenzenden Weinbach geleitet. Der deutlich geringere Schadstoffgehalt reduziert das Algenwachstum und somit den Verlust an Sauerstoff im Wasser. Mit dem Neubau werde der Weinbach entlastet, erläuterte EVS-Geschäftsführer Georg Jungmann. Zumal dieses Gewässer eine geringe Wasserführung hat.

An die Gisinger Kläranlage ist über einen rund drei Kilometer langen Hauptsammler auch Oberlimberg angeschlossen. Ein weiterer Sammler kommt aus der Ortsmitte von Gisingen. In die Zuleitungen werden Regenwassersammler integriert. Sie puffern bei stärkeren Niederschlägen den Zufluss zur Kläranlage. Das Abwasser gelangt später über eine mechanische Reinigungsanlage und mehrere Zwischenschritte in das neue Kombibecken mit Nachklärung. Ausgelegt ist es auf 990 Einwohner-Gleichwerte. Darin berücksichtigt ist die Schlammmenge aus Haushalten, Gastronomie und Betrieben. Der verbliebene Schlamm werde deponiert und etwa einmal im Monat abgefahren, ergänzte Jungmann. Es gebe keine größeren Belastungen durch die Transporte, auch sei nicht mit Geruchsbelastungen im Ortsinnern zu rechnen.

Aus dem Schlamm entsteht andernorts in speziellen Faultürmen Methangas. Daraus wird Prozesswärme gewonnen. Der Betrieb der neuen Kläranlage Gisingen erfolgt vollautomatisch und wird von der Kläranlage Dillingen aus betreut. Die Fertigstellung ist für Anfang 2019 geplant.