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Versammlung
KEB fühlt sich der Lebenswelt verpflichtet

Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg bei der KEB Saar, Studienleiter Ralf Dewald und Vorsitzender Horst Ziegler lauschen (von links).
Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg bei der KEB Saar, Studienleiter Ralf Dewald und Vorsitzender Horst Ziegler lauschen (von links). FOTO: KEB-Saar/Alt
Wallerfangen. Die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) im Saarland steht auf stabilen Beinen. Welche Rolle sie im synodalen Prozess spielt, ist nicht genau definiert. Das hat die Mitgliederversammlung der KEB Saar im Haus Sonnental diskutiert. „Das Synodendokument wird zurzeit auch in den Einrichtungen der Erwachsenenbildung diskutiert. Es ist nicht unumstritten. Die Frage ist: Wie können wir in den so genannten neuen Räumen unseren Aufgaben gerecht werden?“, hat Horst Ziegler, Vorsitzender der KEB Saar, den Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg empfangen. Dieser bezog sich in seinem Referat auf das jüngst vorgestellte Synodendokument. Darin seien die Einrichtungen der KEB und die Familienbildungsstätten nicht explizit, sondern ähnlich wie Ordensgemeinschaften, Verbände, Kitas „höchstens am Rande“ erwähnt. „Dinge, die gut laufen, müssen ja nicht ausdrücklich genannt werden.“ Von Gerhard Alt

Das Synodendokument verlange, „sich mit den Lebenswelten und aktuellen Lebensweisen zu beschäftigen“, und zwar nicht nur der Menschen, die sowieso im kirchlichen Rahmen aktiv seien. Damit seien missionarische und diakonische Aspekte verbunden. Missionarisch bedeute keine Einseitigkeit, sondern Gegenseitigkeit. Diakonisch zu wirken setze voraus, sich für die Menschen zu interessieren. Daher sei im Synodendokument die Sozialraumorientierung als Handlungsprinzip verbindlich. Die KEB und die Familienbildungsstätten sollten sich also den Lebens- und Sozialräumen verpflichtet fühlen. „Den Menschen dort abholen, wo er ist, heißt ja nicht, dort stehen zu bleiben“, sagte von Plettenberg. Man möchte gemeinsame Wege beschreiten.



Bistumsweit seien in der Erkundungsphase der Synode zehn Erkundungsteams unterwegs. In den 33 Pfarreien der Zukunft im Bistum Trier würden „lokal angepasste Themenzentren“ eingerichtet. Die Pfarrei der Zukunft solle ein Netzwerk ausgestalten. „Da steht nichts ausdrücklich von Erwachsenenbildung drin, das könnte man gegebenenfalls hinzufügen“, sagte von Plettenberg. Horst Ziegler ermunterte dazu, die KEB solle sich vor Ort in den Erkundungsprozess einschalten, im Sinne der Sozialraumorientierung Netzwerke bilden und wie bisher haupt- und nebenamtliche Mitarbeiter fortbilden.

Ralf Dewald, Studienleiter der KEB Saar, berichtete: Die sieben staatlich anerkannten Einrichtungen der katholischen Erwachsenenbildung wiesen 2016 insgesamt 124 569 Unterrichtsstunden nach (mit 52 520 die meisten davon die KEB im Kreis Saarlouis), über 6000 Unterrichtsstunden mehr als ein Jahr vorher, begründet vor allem durch den Anstieg der Deutschkurse für Flüchtlinge. Ferner erläuterte Dewald den in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichenen Jahresabschluss der Landesarbeitsgemeinschaft.