Kameruner Bischof in Limbach: Bischof Ateba bedankt sich für Hilfe

Kameruner Bischof in Limbach : Bischof Ateba bedankt sich für Hilfe

Bischof Bruno Ateba wollte die Menschen kennenlernen, die ihn mit Spenden unterstützen. Dafür besuchte er den Afrika-Tag in Limbach.

Einen nicht alltäglichen Gast beherbergte die Limbacherin Agnes Britz für einige Tage in ihrem Haus. Bruno Ateba, Bischof der Diözese Maroua-Mokolo im zentralafrikanischen Kamerun, machte auf seiner Europa-Reise einen Abstecher nach Limbach. Der Besuch des 52-jährigen Bischofs in Limbach war nicht zufällig und hatte einen besonderen Grund.
Seit 40 Jahren unterstützt der Limbacher „Eine-Welt-Kreis“, dem etwa 30 aktive Mitglieder angehören, soziale Hilfsprojekte in Kamerun. „Ich bin auch gekommen, um die vielen Menschen kennenzulernen, die uns immer wieder mit Spenden helfen“, erzählt der afrikanische Bischof in flüssigem Deutsch im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Besondere Gelegenheit dazu bot sich dem früheren Pallottiner-Pater beim zehnten Limbacher Afrika-Tag am vergangenen Sonntag, wiederum veranstaltet vom „Eine-Welt-Kreis“.

„Die regelmäßige Unterstützung aus Limbach ist eine große Hilfe für unsere Arbeit, wofür ich mich herzlich bedanke“, sagte Bischof Ateba. Das Oberhaupt von 43 katholischen Pfarreien im Bistum Maroua-Mokolo betreut im nördlichen Kamerun gemeinsam mit 65 Priestern, Ordensleuten und Missionaren etwa 73 000 Katholiken. In der äußerst trockenen Region des Bistums sind die Menschen sehr arm. „Mit einem Bevölkerungsanteil von nur vier Prozent sind die Katholiken unseres Bistums in der Minderheit, weshalb wir als Diaspora gelten“, bestätigte Ateba.

Allein 45 000 Menschen, die vor der Terrormiliz Boko Haram aus Nigeria geflüchtet sind, leben in 30 Lagern im Norden von Kamerun. Weitere 30 000 von Terroristen vertriebene Menschen, darunter viele Christen und Muslime, leben teils auf den Straßen des Landes. „In Maroua bauen wir derzeit mit Spendengeldern ein Heim für bis zu 50 Straßenkinder“, sagte Ateba.

Mit dem Projekt „Büffeln statt Betteln“ hat der Pallottiner-Orden in den letzten Jahren bereits für bessere Bildungschancen junger Menschen durch den Bau einer Grundschule und eines Gymnasiums in Kamerun gesorgt. „Mit dem Verkauf von fairen Produkten, kleinen Schutzengeln und durch Wohltätigkeitsveranstaltungen unterstützen wir die Hilfsprojekte des Ordens finanziell, um so die medizinische Versorgung und Schulbildung in Kamerun zu verbessern“, erläuterte Agnes Britz. Sie ist die Koordinatorin des „Eine-Welt-Kreises“, in dem sich Sylvia Robert und die Limbacher Kindergartenleiterin Maria Jäckel-Solbach ebenfalls engagieren.

Bischof Ateba wird während seines Aufenthaltes im Saarland auch Kindergärten und Schulen in Limbach, Steinbach, Hasborn, Lebach und Nalbach besuchen, betätigten die beiden Frauen. „Begegnungen in Freundschaft und Liebe sind für mich wichtig“, betonte der Bischof. Er möchte Schüler und Kinder persönlich über die Situation junger Menschen in Kamerun informieren.

Bischof Bruno Ateba betreut die Diözese Maroua-Mokolo im zentralafrikanischen Kamerun. Foto: Dieter Lorig

Ateba selbst ist an seinem Bischofssitz spartanisch untergebracht. „Meine Unterkunft ist nur eine kleine Hütte mit Strohdach ohne Arbeitszimmer, das Büro und die Toilette befinden sich außerhalb des Hauses“, erläutert Ateba. Momentan werde aber mit Spendengeldern ein neues Bischofshaus aus festen Steinen gebaut. In die Grenzregion seines Bistums zu Nigeria kann sich der Bischof wegen großer Terrorgefahr nur unter Begleitung von bewaffneten Soldaten begeben. „Hier werden immer wieder Menschen entführt und Terroristen verüben jede Woche Selbstmordattentate“, klagt Bruno Ateba. „Wir werden Bischof Ateba weiterhin finanziell helfen“, sagt Sylvia Robert. Der Erlös aus einem Musical, das am 28. Oktober in der Limbacher Talbachhalle stattfindet, sei wiederum für Kamerun bestimmt.