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Saarwellingen
In Saarwellingen bewegt sich was

Saarwellingens Bürgermeister Manfred Schwinn ist seit einem Jahr im Amt. Zum Jubiläum hat er einige Erfolgsmeldungen parat – auch wenn nicht alles wie gewünscht gelaufen ist.
Saarwellingens Bürgermeister Manfred Schwinn ist seit einem Jahr im Amt. Zum Jubiläum hat er einige Erfolgsmeldungen parat – auch wenn nicht alles wie gewünscht gelaufen ist. FOTO: Thomas Seeber
Saarwellingen. Heute vor einem Jahr hat Manfred Schwinn das Ruder im Saarwellinger Rathaus übernommen. Grund genug für einen Blick auf die aktuellen Themen in der Gemeinde. Von Oliver Spettel

Lange hat der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Saarwellingen für Diskussionen gesorgt. Zu seinem Einjährigen als Bürgermeister hat Manfred Schwinn nun gleich mehrere Erfolgsmeldungen parat. „Es läuft super. Bald können wir Richtfest feiern“, berichtet er. Was den Verwaltungschef besonders glücklich machen dürfte: das Projekt liegt voll im Rahmen der mit 3,2 Millionen Euro angesetzten Kostenberechnung. „Darauf habe ich viel Wert gelegt“, betont Schwinn.



Was nicht heißt, dass an Bau oder Ausstattung gespart wurde. Die Projektsteuerung beim Kreisbauamt stehe in ständiger Abstimmung mit der Wehr. Und wenn alles klappt, könnte der für Mai 2018 geplante Bezugstermin vielleicht sogar unterboten werden

Mehr oder weniger direkt verknüpft mit dem Umzug der Feuerwehr in die neuen Räume ist ein weiteres Großprojekt: Der Neubau einer Festhalle. Diese soll am Standort der alte Halle und Feuerwache entstehen. Mit einem Ratsbeschluss zum Vergabeverfahren ist der Stein nun offiziell im Rollen. „Wir werden demnächst in die Planung einsteigen“, verrät Schwinn.

Ideen für die letztendliche Planung sollen in einem Wettbewerb gesammelt werden, dieser ist in Vorbereitung. Aus dem Wettbewerb lässt sich eine Anforderungsliste für die Planung ableiten. Die Kosten für Wettbewerb und Bauplanung werden laut Schwinn wohl Teil des Haushalts für das kommende Jahr. „Wir hoffen, dass die Planung für die Halle im Herbst 2018 komplett ist.“ Der Abriss des alten Gerätehauses lasse sich natürlich erst nach dem Umzug der Feuerwehr vorbereiten. „Hier streben wir einen möglichst nahtlosen Übergang von Abriss und Neubau an“, betont Schwinn. Außerdem ganz wichtig: „Wir reißen selbstverständlich erst dann ab, wenn der Neubau der Halle gesichert ist.“

Dabei geht es natürlich vor allem ums Geld. Der Haushalt ist laut Schwinn derzeit in Vorbereitung. So hat der Gemeinderat in seiner Sitzung heute Abend (17.30 Uhr im Alten Rathaus) unter anderem auch die Hebesätze auf der Tagesordnung. Die liegen laut Schwinn allerdings im landesweiten Vergleich auf einem „guten Mittelmaß“. „Der Gemeinderat entscheidet“, gibt sich der Bürgermeister diplomatisch.



In Sachen Kinderbetreuung sieht Schwinn die Gemeinde derzeit noch gut aufgestellt. „Allerdings sind wir mit Krippen und Kindergärten am Limit.“ Die aktuellen Zahlen ließen steigende Bedarfe erkennen, weshalb die Verwaltung derzeit Sondierungsgespräche, unter anderem mit dem Bistum, führe. So seien beispielsweise eine Erweiterung oder gar ein Neubau in Schwarzenholz denkbar. Außerdem könnte, wenn auch strukturell nicht ideal, die Alte Schule als Alternativstandort in Betracht gezogen werden. Schwinn betont, dass derzeit erst allererste Gespräche geführt würden.

Zu den laufenden Projekten zählen die Sanierungen im Abwasserbereich – derzeit in Reisbach noch Waldstraße und Marienstraße. Auf der Agenda steht auch das neue Dorfgemeinschaftshaus für Schwarzenholz. Hier sollen die alte Verwaltungsnebenstelle und das Feuerwehrgerätehaus saniert und einem Mittelbau verbunden werden. „Wir warten auf die Baugenehmigung“, versichert Schwinn.

Handlungsbedarf in den Ortsteilen sieht der Bürgermeister nach wie vor in Sachen schnelles Internet, Busverbindungen und E-Mobilität.

Ein Thema, das gerade auch die ehemals durch Bergbaufolgen gebeutelten Saarwellinger bewegt, sind die RAG-Pläne zur Grubenwasserhaltung. Die werde man sich nochmals genau anschauen. „Außerdem werden wir demnächst ein eigenes Gutachten haben“, informiert der Bürgermeister. Erst nach dessen Diskussion im Rat werde man entscheiden, wie sich Saarwellingen zu den Plänen positioniert.

Nicht ganz so gelaufen, wie geplant, ist es in der Breitwiese. Hier hatte Schwinn sich eigentlich gewünscht, bis Herbst „etwas sehen zu können“. Allerdings habe der Investor mittlerweile seinen Bauantrag inklusive geforderter Nachbesserungen gestellt und warte auf Genehmigung. Ursprünglich war der Baubeginn für Mitte März dieses Jahres geplant. „Jetzt hoffen wir, dass es dieses Jahr noch losgeht“, gibt sich Schwinn optimistisch.

Die Feuerwehr bekommt im Frühjahr eine neue Bleibe. 3,2 Millionen Euro kostet der Bau. Am Standort der alten Wache soll eine Festhalle entstehen.
Die Feuerwehr bekommt im Frühjahr eine neue Bleibe. 3,2 Millionen Euro kostet der Bau. Am Standort der alten Wache soll eine Festhalle entstehen. FOTO: Thomas Seeber