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Kooperation: Im Notfall ein sicherer Hort für Kinder

Kooperation : Im Notfall ein sicherer Hort für Kinder

Vertrag zwischen Bundeswehr und der „Kita Kinderland“ in Saarwellingen regelt Aufnahme von Soldatenkindern.

Ein bundesweites Novum ist die Kooperation zwischen Bundeswehr und der „Kita Kinderland“ auf dem Campus Nobel in Saarwellingen. Dort wurde am Dienstagnachmittag vertraglich besiegelt, dass im Notfall Soldatinnen und Soldaten der saarländischen Standorte zügiger einen Platz für ihre Kinder finden können.

Um insgesamt drei Plätze geht es. Diese versucht die Einrichtung bei kurzfristigem Bedarf zur Verfügung zu stellen. Es werden jedoch keine Plätze speziell für die Bundeswehr freigehalten, sagte Kinderland-Geschäftsführer Ralf Weber. Entweder gebe es bereits freie Plätze, oder im Sonderfall versuche man einen zusätzlichen Platz zu schaffen. Bei Letzterem erfolge das in Abstimmung mit dem Landesjugendamt, führte Weber aus.

Gründe für den Platzbedarf können zum Beispiel kurzfristige Versetzung sein oder ein Krankheitsfall. Dann brauche man innerhalb 48 Stunden eine Lösung, sagte Sozialarbeiterin Ingeborg Loch vom Sozialdienst der Bundeswehr. Es gehe um eine Betreuung über maximal drei Monate, um einen besseren Spielraum für weitere Möglichkeiten zu bekommen. Sei das in „Kinderland“ nicht machbar, bleibe nur die bislang übliche und oftmals zeitaufwändige Suche in anderen Betreuungseinrichtungen. Der Unterschied zur bisherigen Praxis liegt darin, sagte Loch, dass Kinderland sich verpflichtet, sich zumindest einmal um einen Platz zu kümmern. In anderen Einrichtungen laufe das häufig schon beim ersten Kontakt ins Leere.

Der Vertrag beinhalte, sagte Landrat und Kinderland-Aufsichtsratsvorsitzender Patrik Lauer, im Notfall „für die gesamte Bundeswehr im Saarland Betreuungsmöglichkeiten zu schaffen“. Das sei auch ein „Ausdruck der Verbundenheit zur Bundeswehr“. Als Pluspunkte des Saarwellinger Standortes wurden die langen Öffnungszeiten genannt sowie die gute Erreichbarkeit. Das gelte übrigens für alle Standorte im Saarland, sagte Oberst Klaus Peter Schirra, Kommandeur des Landeskommandos und Standortältester für die Standorte Lebach, Saarlouis und St. Wendel. Diese Standorte „sind nun durch diesen Vertrag abgedeckt“.