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Saarlouis wird feste Blitzer aufstellenWas halten Sie von stationären Blitzern?

Saarlouis. Auf Antrag der Ortspolizeibehörde hat gestern Abend der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates beschlossen, dass an fünf Stellen im Stadtgebiet Saarlouis Anlagen zur Geschwindigkeitskontrolle rund um die Uhr fest installiert werden. Die fünf möglichen Standorte ergaben sich aus Probemessungen über eine Woche. Spitzenreiter war die Holtzendorffer Straße Richtung Innenstadt Von SZ-Redakteur Johannes Werres

Saarlouis. Auf Antrag der Ortspolizeibehörde hat gestern Abend der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates beschlossen, dass an fünf Stellen im Stadtgebiet Saarlouis Anlagen zur Geschwindigkeitskontrolle rund um die Uhr fest installiert werden.



Die fünf möglichen Standorte ergaben sich aus Probemessungen über eine Woche. Spitzenreiter war die Holtzendorffer Straße Richtung Innenstadt. Jedes vierte der im Mittel 6150 Autos am Tag war zu schnell. 602 Wagen fuhren über 80 Stundenkilometer, zwei gar mehr als 150 km/h.

Wenig dahinter die St. Avolder Straße aus Richtung Neuforweiler zur Innenstadt: Bei im Mittel 3926 Autos am Tag war jedes vierte zu schnell. 346 fuhren mehr als 80 km/h, einer über 140 Kilometer. Hier soll in beiden Richtungen geblitzt werden.

Hohes Verkehrsaufkommen mit im Mittel 6276 Fahrzeugen und gleichzeitig den mit fast 30 Prozent höchsten Anteil von Temposündern hat man in der Wallerfanger Straße Richtung Wallerfangen gemessen.

Ein fünfter möglicher Standort eines Blitzers ist die Saarbrücker Straße Richtung Ensdorf.



Begründet wird die Einrichtung stationärer Messanlagen mit Erfahrungen, wonach sich die Verkehrssicherheit erheblich erhöhe. Denn auf diesen Straßen führen viele Pendler und Einkäufer regelmäßig. Und die wissen dann ja um die Kontrollen.

Anlass ist ein Angebot der Firma Jenoptik. Sie installiert, wartet und repariert die Geräte kostenlos. Dafür bekommt sie fünf Euro je Verwarn- und Bußgeldbescheid von der Stadt. Verwarnungen, nach Erfahrungen anderer Städte im Schnitt 15 Euro, gehen an die Stadtkasse. Die (höheren) Bußgelder gehen an die zentrale Bußgeldbehörde St. Ingbert, die je Verfahren 16,28 Kostenpauschale an die Stadt überweist.

Der Ausschuss sprach sich bei einen Nein von Altomaro Locurcio (FWG) einhellig für stationäre Blitzer aus. Locurcio forderte eine europaweite Ausschreibung, nannte die Blitzer "Wegelagerei" und bezweifelte den Sinn.

Die anderen Fraktionen erwarten, dass die Blitzer zu verringerter Geschwindigkeit und damit zu größerer Verkehrssicherheit führen werden. "Abzocke" stelle dies in keinem Fall dar, unterstrichen die Sprecher der Fraktionen und OB Roland Henz. Der Chef der Ortspolizeibehörde, Jürgen Theobald: "Ein großer Reibach ist damit nicht zu machen", während FDP-Fraktionschef Wolfgang Krichel die Erwartung leicht einschränkte: "Ein bisschen was wird die Stadt schon verdienen."Saarlouis. Kampf der Raserei - dazu sollen in Saarlouis fest installierte Anlagen zur Geschwindigkeitsmessung, sprich: Blitzer, eingesetzt werden. Wir wollen wissen, was Sie davon halten.

"Ja, das ist richtig. Es wird Raserei verhindern." Wenn Sie dieser Meinung sind, rufen Sie unter (06 81) 5 02-60 10 an. Oder meinen Sie: "Nein, das ist nicht gut. Da geht es nur ums Abkassieren der Autofahrer." Dann wählen Sie (06 81) 5 02-60 20.

Die Leitungen sind bis Sonntag 24 Uhr geschaltet, jeder Anruf (er kostet den normalen Tarif) wird gezählt. Über das Ergebnis berichten wir am Dienstag. pum