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Nach der Schule
Für das FSJ nochmal an die Schule

Jonas Klein und der Leiter des Schülerlabors, Benjamin Brück
Jonas Klein und der Leiter des Schülerlabors, Benjamin Brück FOTO: Thomas Seeber /
Saarlouis. Ein Freiwilliges Soziales Jahr im Schülerlabor in Saarlouis? Jonas Klein,19, hat es ausprobiert. Inzwischen kann das Schülerforschungszentrum sogar zwei FSJler einstellen. Von Johannes Werres

Was kürzlich in der SZ über einen Modellversuch in Saarlouis stand, bei dem Wärme von einer Deponie per Lkw zu zwei Schulen gebracht werden soll, das war für Besucher der jüngsten Geburtstagsparty des Schülerlabors in Saarlouis eigentlich schon ein alter Hut. Denn die Firma, die die Wärme in Containern voll mit dem Speichermaterial Natriumactetat-Trihydrat transportieren wird, stellte dieses Material schon bei der Party, dem jährlichen „Forschertag“, den Besuchern vor.


Einer der Organisatoren des Forschertages war Jonas Klein, 19. Der Abiturient aus Siersburg leistete in der Einrichtung, die auch Schülerforschungszentrum heißt, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ab. Er sei die „goldene Wahl“ gewesen, bescheinigt ihm der Leiter der Einrichtung des Landkreises, Benjamin Brück.

Der junge SIersburger wollte nach seinem Abitur am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Dillingen Forensik in Bonn studieren. Das ist die wissenschaftliche Arbeit, die Hintergründe von Straftaten beleuchtet. „Das kannte ich“, sagt Jonas, „aus dem Fernsehen. Das gibt es als Bachelor-Studium in Bonn.“ Bloß: Der Notenschnitt (2,0) reichte nicht.



Jonas Mutter hatte in der SZ über die Möglichkeit eines FSJ im Schülerlabor gelesen. „Den Artikel hatte ich mir aufgehoben.“ Jetzt bewarb er sich.

Benjamin Brück brauchte dringend Verstärkung. Denn das erst 2015 gegründete Zentrum wird immer stärker nachgefragt. 3500 Besuche zählte er im Schuljahr 2017/2018. Vor allem Schulklassen kommen. Eine FSJlerin hatte er schon. Doch die junge Dame sprang wieder ab, weil sie kurzfristig eine Zusage zu einem längeren Aufenthalt in Neuseeland bekommen hatte. Brück: „Das haben wir natürlich gut verstanden.“ Und das war die Chance für Jonas Klein.

Jonas Klein bekam die FSJ-Stelle. „Bei Schülerlabor hatte ich mehr an Chemie und Physik gedacht, aber da standen vor allem Computer.“ Jonas Klein betreute Kinder und Jugendliche, die an diesen Bildschirmen Selbstlernprogramme absolvieren und programmieren lernen. Seminargruppen von ein paar Schülern, ganze Klassen mit bis zu 30 jungen Leuten. Die löten lernen. Oder an einem Projekt arbeiten, Lüftungssysteme mit Sensoren zum Erkennen von Luftqualität zu koppeln. Er tüftelte an Selbstlernprogrammen.

Am besten hat dem 19-Jährigen aber das Begleitprogramm gefallen. Seminare in Köln, Berlin und Bremen. „Da habe ich viele Leute kennen gelernt, mit denen ich auch jetzt noch Kontakt habe. „Und jetzt ist es schon vorbei, es kommt mir vor, als hätte ich erst vorgestern angefangen.“ Und Brück lobt, wie zupackend und präzise Jonas Klein seine Aufgaben erledigte.

Für das neue Jahr hat Brück schon eine neue FSJlerin. Doch dank einer Spende des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar), Mitglied des Fördervereins des Labors, kann er erstmals eine zweite FSJ-Stelle vergeben. Die ist noch offen.

Das Zentrum wächst weiter. Mit 10 000 Euro des Rotary-Clubs ist 2017 ein Experimentier-Raum ausgestattet worden. Ein weiterer Laborraum soll bald eingerichtet werden, hat der Landkreis angekündigt.

Jonas Klein wartet derweil auf eine Zusage für einen Studienplatz. Nicht für Forensik, „denn „da sind die Berufsaussichten mit einem Bachelor-Abschluss nicht so toll.“ Also soll es etwas werden mit Biologie. Das ist für ihn ein ResuItat seines Freuiwilligen Sozialen Jahres im Schülerlabor.