Da ist sogar der Trainer baff

Hackordnung klargestellt: Die Volleyballerinnen des TV Lebach schmetterten am Samstag die TGM Mainz-Gonsenheim im Regionalliga-Spitzenspiel mit 3:1 vom Feld und verteidigten vor eigenen Fans die Tabellenführung. Der Titel ist aber (noch) kein Thema.

Exakt 93 Minuten waren am Samstag in der Sporthalle Lebach gespielt, als Linda Kutsch den Ball mit einer wuchtigen Angabe ins gegnerische Feld hämmerte und alle Volleyball-Fans von ihren Sitzen riss. Mit einem sauberen Ass hatte die Mittelblockerin des TV Lebach das Heimspiel gegen die TGM Mainz-Gonsenheim beendet und den 3:1-Erfolg (25:10, 25:17, 19:25, 25:20) vor 150 Zuschauern perfekt gemacht. Regionalliga-Gipfel gewonnen, Tabellenführung verteidigt: Die Gastgeberinnen jubelten - und der Trainer war baff. Einen derart deutlichen Heimsieg gegen den körperlich überlegenen Tabellendritten hatte Philipp Betz nicht erwartet. "Meine Mädels haben mit ihren Angaben sofort Druck gemacht und einfach Punkt um Punkt geholt. Auch die Abwehr und die Blocks waren heute effektiv. So konnten wir schnell wegziehen", beschrieb der TV-Teamchef die Turbo-Starts in den Sätzen eins und zwei.

Herrmann Spielerin des Tages

Bis zu diesem Abend hatten seine Spielerinnen vor Freunden und Familie stets Nerven gezeigt, eine Niederlage kassiert und es in drei Tiebreak-Krimis immer (zu) spannend gemacht. Diesmal lief alles glatt. "Es war wie beim 3:1 im Hinspiel. Wir waren nur zu neunt, haben aber alle an einem Strang gezogen, um das Ding zu gewinnen", verriet TV-Spielerin Anita Nawrat später das aus der Not geborene Erfolgsrezept. Ausgangslage: Nach überstandener Grippe-Erkrankung gingen mehrere Spielerinnen angeschlagen ans Netz. Mitte der Woche hatte sich Mittelblockerin Kim Kirchner krank gemeldet, Helena Heinrich fiel wegen einer Fußverletzung aus.

Bis zur klaren 2:0-Führung machte sich das Fehlen der Stammspielerinnen kaum bemerkbar. Dann musste Lebach aber Tempo rausnehmen, und der ausgedünnte TV-Kader nahm sich eine spielerische Auszeit. "Sie haben Angaben verschlagen und viele Eigenfehler produziert", beschrieb Betz die Krux im verlorenen dritten Satz.

Im vierten Durchgang lieferten sich die Top-Teams packende Ballwechsel, und Mainz lag lange vorn. Als Lebach zum 18:18 ausglich, war dies das Signal: Endspurt. "Sie haben sich noch einmal gegenseitig motiviert, gekämpft und als Einheit präsentiert", schwärmte der Trainer - und von Außenangreiferin Janina Herrmann, seiner "Spielerin des Tages".

Mit dem Punkte-Dreier behauptete der TVL die Spitze. Die Biedenkopf-Wetter Volleys folgen nach ihrem 3:1-Heimsieg gegen Freisen mit nur einem Zähler Rückstand auf Rang zwei. Apropos: Der SSC Freisen kann Erzrivale Lebach im Titel-Rennen ein Bein stellen, wenn an diesem Samstag um 18.30 Uhr in der Bruchwaldhalle Freisen das Saar-Derby steigt.

Vom Titel will Betz noch nicht reden. Bei sieben ausstehenden Begegnungen sei es dafür zu früh. "Aber wir wollen möglichst lange oben bleiben", sagt der TV-Trainer und macht vor dem Prestige-Duell eine Kampfansage: "Mit der heutigen Leistung werden wir auch in Freisen drei Punkte holen."

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