Jusos bejubeln Rehlinger

Der SPD-Nachwuchs steht geschlossen hinter der Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, Anke Rehlinger: Ihr galt der Jubel bei der Juso-Landeskonferenz in Dillingen. Der neu gewählte Juso-Landeschef Arweiler warb derweil für mehr weiblichen Nachwuchs.

Die saarländischen Jungsozialisten wollen geschlossen dafür kämpfen, dass die SPD bei der Landtagswahl im März 2017 wieder stärkste Kraft wird und Anke Rehlinger als Ministerpräsidentin in die Staatskanzlei einzieht. Das kündigte der neue Juso-Landesvorsitzende, der 24 Jahre alte Jura-Student Pascal Arweiler aus Püttlingen, am Wochenende auf der Landeskonferenz der SPD-Nachwuchsorganisation in der Dillinger Römerhalle an. Arweiler erhielt bei seiner Wahl als Nachfolger von Juso-Landeschef Philipp Weis (30), der aus familiären Gründen nicht mehr kandidierte, auf Anhieb 80,7 Prozent Stimmen der 88 Delegierten. Diese bejubelten Anke Rehlinger als Gastrednerin ebenso wie die beiden anderen zur Konferenz gekommenen SPD-Minister Ulrich Commerçon und Reinhold Jost sowie Saar-SPD-Vize und DGB-Landeschef Eugen Roth , dessen Sohn unter den Delegierten saß.

"Mit der GroKo (Großen Koalition, d. Red.) werden wir in der Landespolitik keine Trendwende hinbekommen", bemängelte ein Juso-Delegierter. Die Option Rot-Rot-Grün wurde aber auch nur selten vom SPD-Nachwuchs in den Mund genommen. Die SPD selbst müsse Stärke zeigen, hieß es. SPD-Spitzenkandidatin Rehlinger, die jedem Delegierten einen Eisbecher aus einem vor dem Halle stehenden Auto spendierte, bekam in ihrer Rede am meisten Beifall dafür, dass sie vor dem Parteinachwuchs ankündigte, sie werde mehr gegen Gerechtigkeitslücken beim Thema Rente vorgehen. Dazu kündigte sie an, sie wolle mit der AfD über alle politischen Probleme im Land diskutieren, um so dem Rechtspopulismis einen Riegel vorzuschieben. Jost lobte Rehlinger als "tolle Ministerin und noch tollere Ministerpräsidentin", die für höheren Mindestlohn und mehr Bildungsgerechtigkeit kämpfe. Commerçon verwies stolz darauf, dass der Bildungshaushalt mit über einer Milliarde Euro pro Jahr ab 2018 der am stärksten wachsende Etatposten im Land sei. Der neue Juso-Landeschef Arweiler nannte als Forderungen des Parteinachwuchses die Herabsetzung des Wahlalters auf 16, eine Ausbildungsplatzabgabe und ein Semesterticket für Studierende in der Großregion.