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Ausblick, was Dillingen 2020 erwartet

Ausblick : Die Hüttenstadt wandelt weiter ihr Gesicht

Was Dillingen 2020 erwartet: Im Jahresausblick zeigt sich Bürgermeister Franz-Josef Berg trotz Stahlkrise hoffnungsvoll.

Die Weiterentwicklung der Innenstadt ist auch 2020 das große Thema in Dillingen: Gleich an mehreren Stellen soll sich das Stadtbild gewaltig wandeln. „Es ist Großes, was in der Innenstadt noch möglich und nötig ist“, fasst Bürgermeister Franz-Josef Berg zusammen.

Am weitesten gediehen sind die Pläne für das „Peter-Lamar-Quartier“, wie das frühere Kaurisch-Gelände nun in der Planung heißt. Die Stadt hat das Areal in der Innenstadt gekauft und will es vermarkten. Hier läuft derzeit das Interessenbekundungsverfahren: Das bedeutet konkret, die Stadt wird im März für mögliche Investoren eine Broschüre herausgeben, die räumliche Situation und bauliche Vorgaben umreißt, anschließend sind Bewerbungen möglich, die eine Kommission sichtet. „Vor allem Wohnbebauung, für Senioren, aber auch für Familien“, erklärt Berg, schwebt Stadt und Rat vor. Und: „Ein gewisser Teil der Wohnungen soll als gut bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung stehen.“

Gleich gegenüber, auf der anderen Seite der Merziger Straße, hat die Stadt das ehemalige „Dillinger Kaufhaus“ gekauft; auch hier soll etwas komplett Neues entstehen. Konkrete Vorgaben gibt es noch nicht; ein Abriss des Gebäudes ist ebenso möglich wie ein Umbau, je nach Plänen des etwaigen Investors. „Denkbar ist, dass auf einer Gesamtfläche, zusammen mit dem Hoyerswerda-Platz, ganz neue gestalterische Möglichkeiten umgesetzt werden könnten“, hofft Berg. Auch das Gebäude der Post, für das die Stadt ihr Vorkaufsrecht angemeldet hat, könnte dabei miteinbezogen werden.

Der letzte Abschnitt bei der seit Jahren laufenden Umgestaltung der Stummstraße steht ebenfalls noch an: Als ein Ensemble sollen Odilien- und Weinligplatz sowie die Herren- und das letzte Stück Stummstraße neu angelegt werden. Gebaut werden muss hier über mehrere Jahre, in drei bis vier Abschnitten, „je nachdem wie die entsprechende Finanzierung gesichert werden kann“, erläutert Berg. Aus Mitteln der Städtebauförderung erhofft sich die Verwaltung hier bis zu zwei Dritteln Zuschuss. Für die zweite Jahreshälfte 2020 ist eine Bürgerbeteiligung geplant, bei der die Dillinger ihre Ideen für den zentralen Platz einbringen sollen.

Weiter saniert werden drei Wohnblocks am Leipziger Ring. Block 1 der städtischen Miethäuser soll bis Jahresende fertig sein. Wie bald es dann weitergeht mit den übrigen Häusern, die „in ganz unterschiedlichem Zustand“ sind, wie Berg sagt, entscheidet der Stadtrat.

Dank der Mittel aus dem Kommunalförderungsgesetz kann Dillingen auch in die Schulen dieses Jahr wieder kräftig investieren: So wird die Turnhalle der Römerschule saniert, die Philipp-Schmitt-Schule erhält neue Böden, die Odilienschule einen neuen Schulhof, an der Grundschule Diefflen wird die Nachmittagsbetreuung durch einen Anbau um eine Gruppe erweitert. Der „Digitalpakt Schule“ soll zudem neue Medienkonzepte an den Schulen ermöglichen.

Stichwort Digitalisierung: Auch das Rathaus Dillingen erhält 2020 eine Service-App, mit der die Bürger einfacher zum Beispiel Mängel melden können.

Franz-Josef Berg. Foto: Carolin Merkel
Das ehemalige Dillinger Kaufhaus in der Merziger Straße hat die Stadt ebenfalls gekauft, um die große Fläche neu zu nutzen. Foto: Joshua Schwinn

Insgesamt blickt Berg „trotz der schwierigen Prognose hoffnungsvoll“ ins Jahr: „Die Stahlkrise treibt uns sicher alle um, wir unterstützen hier als Stadt absolut die Forderungen der Stahlindustrie.“ Anlass zur Hoffnung in auch für Dillingen schwierigen Zeiten gibt ihm aber der Saarland-Pakt mit der Aussicht auf Entschuldung, außerdem setzt Berg auf weitere Hilfe bei den Altschulden. „Der Bund muss hier die Kommunen auf jeden Fall unterstützen“, fordert er.