So war das Jahr 2019 in Dillingen

Jahresrückblick 2019 : Jubelfeiern, Stahlkrise und Krankenhaus-Aus

Die Stahlkrise war ein großes Thema 2019 in der Hüttenstadt. Der Abschied vom Krankenhaus und die Bürgermeisterwahl machten Schlagzeilen.

Einige Jubiläen, aber (noch) keine großen Umbrüche hatte Dillingen im Jahr 2019 zu verzeichnen: Mit einem umfangreichen Programm von Musik über Kabarett bis Sport feierte der Stadtteil Diefflen das ganze Jahr über seine 50-jährige Zugehörigkeit zu Dillingen. Ein außergewöhnlicher Höhepunkt im Programm war das Stabhochspringen mitten auf dem Dieffler Brunnenplatz im Juni. Auch die Arbeitsgemeinschaft der kulturellen Vereine der Stadt Dillingen/Saar (AKV) feierte ihr 50-jähriges Bestehen mit einer großen Festmesse im Juni. Und ganze 100 Jahre konnte sogar der SSV Pachten bejubeln.

Jubeln durfte auch Franz-Josef Berg (CDU) nach der Bürgermeisterwahl am 26. Mai: Er hatte sich klar gegen seine beiden Konkurrenten Helge Lorenz (FDP) und Sylvia Hoffmann (SPD) durchgesetzt und sicherte sich somit seine dritte Amtszeit.

Große Hitze hatte hingegen dem 15. Firmenlauf in Dillingen bei seinem kleinen Jubiläum zu schaffen gemacht: Nur 5500 Läufer waren bei hochsommerlichen Temperaturen auf der Strecke, trotz der über 9000 Anmeldungen.

Nach dem Ende des alten Sozialcafés der Elternselbsthilfe in Dillingen hatte im Januar die Stadtverwaltung einen neuen Treffpunkt eingerichtet: Im Freundschaftszentrum am Rathaus wird ein neuer Treff von Mitarbeitern der Stadtverwaltung sowie Mitgliedern der Pfarreiengemeinschaft Dillingen und deren Aktion Wunschbaum betreut. In den Räumen des früheren Sozialcafés eröffnete im Sommer der Verein „Pro Dillingen“ einen „Freiraum“ für Bürger, Vereine und sonstige Treffen; außerdem ist dort ein „Fair-Teiler“ der Organisation Foodsharing, die in Dillingen sehr aktiv ist, angesiedelt.

Renoviert wird auch kräftig: Für geplant 3,8 Millionen Euro lässt die Stadt Dillingen drei der großen Wohnblocks am Leipziger Ring kernsanieren. Möglich wurden die lange aufgeschobenen Renovierungen durch hohe Zuschüsse. Die Arbeiten begannen im Juni und sollen rund 18 Monate dauern.

Als Folge der Sicherheitspartnerschaft mit dem Innenministerium eröffnete die Stadt außerdem im Juni eine neue „City-Wache“ als Außenstelle der Ortspolizei in zentraler Lage am Gleisdreieck – eine Antwort auf die Abstufung der Polizeiinspektion in Dillingen zum Revier im Zuge der Polizeireform 2018.

Endgültig geschlossen wurde hingegen das Krankenhaus. Lange schon stand es fest, dann kam der Tag: Am 12. Juni wurde der stationäre Betrieb des „Marienhaus-Klinikums Saarlouis-Dillingen am Standort Dillingen“ eingestellt. Die Schließung des ehemaligen Hütten-Krankenhauses beendete die rund 130-jährigen Geschichte.

Mit ihrem Zug durch die Innenstadt demonstrierten die Stahlarbeiter gegen den geplanten Stellenabbau bei der Dillinger Hütte, viele Bürger zeigten sich solidarisch. . Foto: HEIKE THEOBALD
Die Sanierung der ersten drei Wohnblöcke am Leipziger Ring in Dillingen hat Mitte 2019 begonnen. Dank hoher Zuschüsse kann die Stadt die in die Jahre gekommenen Häuser renovieren. Foto: Heike Theobald/Stadt Dillingen
Sprichwörtlicher Höhepunkt der Jubiläumsjahres 50 Jahre Stadtteil Diefflen: Stabhochsprung auf dem Dieffler Brunnenplatz. Foto: Ruppenthal

Sorge um die Hütte treibt die Stadt um, seit auch die saarländische Stahlindustrie Stellenkürzungen in der Krise ankündigte: Ein Zeichen der Solidarität setzen wollten vor allem die Tausenden Demonstranten, die am 30. September durch die Dillinger Innenstadt zogen. Wie es mit der kriselnden Stahlindustrie weitergeht, wird wohl das neue Jahr zeigen.