24 Stunden Schauspiel wie am Fließband

24 Stunden Schauspiel wie am Fließband

Dillingen. Statt erste Schwächen zu zeigen, sind die sechs Schauspieler der Volksbühne Pachten am Samstagabend so richtig in Fahrt gekommen. Zehn Stunden stehen sie schon auf der Bühne des Evangelischen Gemeindehauses Dillingen, seit 10.30 Uhr. Zwölf Mal haben sie das Theaterstück "Der "Dorfklassiker" wiederholt, und es geht noch zwei Stunden weiter, bis 22.30 Uhr

Dillingen. Statt erste Schwächen zu zeigen, sind die sechs Schauspieler der Volksbühne Pachten am Samstagabend so richtig in Fahrt gekommen. Zehn Stunden stehen sie schon auf der Bühne des Evangelischen Gemeindehauses Dillingen, seit 10.30 Uhr. Zwölf Mal haben sie das Theaterstück "Der "Dorfklassiker" wiederholt, und es geht noch zwei Stunden weiter, bis 22.30 Uhr.

Für den Weltrekord proben nicht nur die sechs auf der Bühne. Da werden Zeiten gestoppt, um zu wissen, wo Luft ist für Pausen, für Essen und Toilettengänge. Überall stehen Getränke, Schnittchen, Kuchen, Obst und Gemüse bereit. Das Küchenteam muss sich für den 24-Stunden-Einsatz organisieren, die sechsköpfige Jury wird aufgeteilt, ebenso viele Helfer. "Die Idee hat schon länger gegärt", sagt Bernhard Schmitt, erster Vorsitzender und Initiator der Aktion, in einer kurzen Bühnenpause. Denn für den 90. Geburtstag der Volksbühne soll etwas Besonderes laufen. Dann zieht Schmitt aufs Neue seinen Reiterhelm auf und kehrt auf die Bühne zurück.

Den einfachsten Part hat noch Michael Bollbach als Briefträger und Erzähler. Zusammen mit Vater Jürgen Bollbach, mit Christine Henseleit, Nadine Janßen, Oskar Krämer und Bernhard Schmitt rollt er immer wieder die Geschichte des Emil Wummes auf. Jetzt werde nicht mehr geprobt, stellt Christine Henseleit nach zwölf Stunden und 14 Wiederholungen des "Dorfklassikers" dar. "Wir arbeiten nun weiter an unserer Kondition." Man habe einige Tipps von Marathonläuferin Nadine Janßen übernommen, erklärt dazu Orgaleiterin Sarah Klein. "Die laufen im Training auch nicht die volle Distanz." Mit einer sechsstündigen Probe hatte es im vergangenen Dezember begonnen, mit Jogging und Fragen zur Ernährung ging es weiter. Nach der jetzt zwölfstündigen Probe wird die Fitness ausgebaut, und dann geht es in den 24-stündigen Weltrekord-Versuch. Dieser ist in rund vier Wochen, genau 50 Jahre nach der erstmaligen Aufführungen des "Dorfklassikers".

Ursprünglich wollten sie den "Dorfklassiker" als Marathon hintereinander spielen, sagt Sarah Klein. Dann habe Guinness vor sechs Wochen das Reglement geändert und es wären 74 Stunden zu knacken gewesen. Dafür fehlten die Darsteller. Nach einigen Änderungen am Stück zählt der jetzige Rekordversuch als so genannte Schleife mit einem verbindenden Erzähler in den kurzen Pausen. Das ist eine andere Kategorie im Guinness-Buch der Rekorde. Dafür müssen immerhin noch 23 Stunden und 33 Minuten überboten werden.

Die Weltrekord-Anwärter (von links) Michael Bollbach, Jürgen Bollbach, Christine Henseleit, Oskar Krämer, Nadine Janßen und Bernhard Schmitt. Foto: Johannes A. Bodwing.

Der Weltrekord-Versuch der Volksbühne Pachten für das Guinness-Buch der Rekorde ist Samstag, 27. April, ab 10.30 Uhr in der Römerhalle Pachten. Für die Zuschauer gibt es ein Rahmenprogramm mit einer großen Tombola für die Aktion Herzenssache. Der Eintritt ist frei.