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Soldatenehre unter Napoleon

Der Rückzug des Napoleonischen Heeres nach der Volksschlacht von Leipzig vollzog sich auf breiter Front auch durch das heutige Saarland. Am 3. Januar 1814 zogen französische Reiter, die sich in der Gegend von Kreuznach aufgehalten hatten, durch Tholey über Lebach nach Saarlouis

Der Rückzug des Napoleonischen Heeres nach der Volksschlacht von Leipzig vollzog sich auf breiter Front auch durch das heutige Saarland. Am 3. Januar 1814 zogen französische Reiter, die sich in der Gegend von Kreuznach aufgehalten hatten, durch Tholey über Lebach nach Saarlouis. Ein französischer Offizier nahm in Tholey dem dortigen Maire Giraud (Bürgermeister) ein Reitpferd aus dem Stall und führte es mit sich, ohne Bezahlung.Der Bürgermeister von Tholey sandte an seinen Kollegen in Lebach einen Brief, worin er den Pferdediebstahl schilderte.



Der Maire Reusch von Lebach unterhielt gute Beziehungen zu den französischen Grenadiers (Leibgarde Napoleons), die in Lebach bis dahin schon fünf Wochen Quartier hielten. Er unterrichtete deren obersten Offizier über den Vorfall in Tholey. Der stellte sich an den Eingang der Lebacher Brücke und erwartete das Regiment aus Richtung Tholey kommend, er empfing es laut schreiend und nahm das Pferd in seinen Besitz, den Dieb nahm er gefangen mit den Worten: "Sie sind gefangen! Euer Regiment hat das Pferd des Maire von Tholey gestohlen, wer das wagt, ist unwürdig, ein Offizier Frankreichs zu sein."

Im Tagebuch eines Augenzeugen heißt es: "Das ganze Regiment hielt während des Streites still, und der Offizier machte keine Mine nach dem Säbel zu greifen." Der Maire von Tholey erhielt das Pferd zurück.

Im Lebacher Stadtarchiv schlummern unendlich viele Geschichten. Seit Jahren durchforstet Albert Wagner die Bände des Archivs. In einer Serie "Akten erzählen Geschichte(n)" stellt er seine Entdeckungen vor.