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Immobilien
Siedlungsgesellschaft für mehr Wohnraum in ländlichen Gebieten

Saarbrücken. Für Hildegard Wald, Geschäftsführerin der städtischen Saarbrücker Siedlungsgesellschaft (Immobiliengruppe Saarbrücken), erscheint die Zahl von 17 000 Wohnungssuchenden in Saarbrücken als zu hoch gegriffen. Diese Zahl hatte das gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Institut in Düsseldorf für die Landeshauptstadt errechnet (wir berichteten). „Überlegen Sie mal. Auf der Folsterhöhe haben wir 974 Wohnungen. Das also mal 17. Das ist ein bisschen überzogen“, sagte Wald. Die Siedlungsgesellschaft habe 6800 Wohnungen, von denen 485 in den vergangen fünf Jahren für 30,5 Millionen Euro saniert worden seien. Neue Wohnungen sind nicht entstanden. Wald bezweifelte zudem, ob es sinnvoll sei, für 17 000 Menschen neue Wohnungen in Saarbrücken zu bauen. Da sei es effektiver, den öffentlichen Personennahverkehr auszubauen und die Menschen aus den ländlichen Regionen, wo es ausreichend günstigen Wohnraum gebe, in die Landeshauptstadt pendeln zu lassen. „Wir haben alle Hände voll zu tun, den Wohnungsbestand auf Vordermann zu bringen“, so Wald. Die Landesregierung solle sich die Wohnungsbauförderung von Rheinland-Pfalz abschauen, die besser sei. Von Dietmar Klostermann
Dietmar Klostermann

Für Hildegard Wald, Geschäftsführerin der städtischen Saarbrücker Siedlungsgesellschaft (Immobiliengruppe Saarbrücken), erscheint die Zahl von 17 000 Wohnungssuchenden in Saarbrücken als zu hoch gegriffen. Diese Zahl hatte das gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Institut in Düsseldorf für die Landeshauptstadt errechnet (wir berichteten). „Überlegen Sie mal. Auf der Folsterhöhe haben wir 974 Wohnungen. Das also mal 17. Das ist ein bisschen überzogen“, sagte Wald. Die Siedlungsgesellschaft habe 6800 Wohnungen, von denen 485 in den vergangen fünf Jahren für 30,5 Millionen Euro saniert worden seien. Neue Wohnungen sind nicht entstanden. Wald bezweifelte zudem, ob es sinnvoll sei, für 17 000 Menschen neue Wohnungen in Saarbrücken zu bauen. Da sei es effektiver, den öffentlichen Personennahverkehr auszubauen und die Menschen aus den ländlichen Regionen, wo es ausreichend günstigen Wohnraum gebe, in die Landeshauptstadt pendeln zu lassen. „Wir haben alle Hände voll zu tun, den Wohnungsbestand auf Vordermann zu bringen“, so Wald. Die Landesregierung solle sich die Wohnungsbauförderung von Rheinland-Pfalz abschauen, die besser sei.


Auch bei der landeseigenen Wohnungsgesellschaft Saarland (Woge), die in Saarbrücken über 2000 Wohnungen verfügt, tut sich wenig in Sachen Neubau. Man plane in Homburg ein Mischobjekt mit Single- und Sozialwohnungen, sagten die für die Geschäfte verantwortlichen Rita Gindorf-Wagner, Johanna Kredteck und Gerd Modrow der SZ. Auch auf dem Gelände der Polizei an der Mainzer Straße in Saarbrücken sei Ähnliches geplant. Die Woge sei jedoch „ein klassischer Bestandserhalter“. Die Schaffung von mehr Wohnraum müsse man auch „finanziell und personell stemmen“ können. Die Landesregierung plant dies aber offenbar derzeit nicht.