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Schneller Wechsel nach dem Heimspiel

Auf Brigadegeneral Eberhard Zorn (links) folgt am Freitag Oberst Andreas Hannemann. Foto: Seeber
Auf Brigadegeneral Eberhard Zorn (links) folgt am Freitag Oberst Andreas Hannemann. Foto: Seeber
Saarlouis. Sein "Heimspiel" habe ihm gefallen, sagt General Eberhard Zorn zum Abschied aus dem Saarland. Er war der erste echte Saarländer an der Spitze der Saarland-Brigade: Das war sein Farbtupfer in der "flecktarn"-farbenen Welt der Luftlandebrigade Von SZ-Redakteur Johannes Werres

Saarlouis. Sein "Heimspiel" habe ihm gefallen, sagt General Eberhard Zorn zum Abschied aus dem Saarland. Er war der erste echte Saarländer an der Spitze der Saarland-Brigade: Das war sein Farbtupfer in der "flecktarn"-farbenen Welt der Luftlandebrigade. Vor der Presse gestern in Saarlouis, dem Sitz der Brigade, überraschte sein Nachfolger, Oberst Andreas Hannemann, mit anderen Farbtupfern: Windsurfen sei eines seiner Hobbys, vornehmlich an Nord- oder Ostsee. Und Rom mit seiner antiken Architektur ein anderes seiner Hobbys.Schnelle Wechsel prägen den Werdegang von Offizieren. Zorn geht nach nur zwei Jahren zum Verteidigungsministerium. Hinter seiner neuen Funktion, der neu geschaffenen Funktion eines Büroleiters des Generalinspekteurs der Bundeswehr, verbirgt sich mehr, als die staubige Bezeichnung vermuten lässt. Denn der Generalinspekteur ist ab April auch truppendienstlicher Vorgesetzter aller Soldaten. Das werde seine neue Aufgabe ebenso prägen wie "Nahtstelle zu sein zum Verteidigungsministerium und zur Politik", sagte Zorn. Zudem werde er die Neuausrichtung der Bundeswehr begleiten.


Eckpunkte seiner zwei Jahre als Brigadekommandeur seien der bislang größte Auslandseinsatz der Fallschirmjäger mit rund 650 Soldaten in Afghanistan gewesen, bilanzierte Zorn. "Das hat die Truppe erfolgreich bestanden, wir hatten Verwundete, aber keine Gefallenen." Die "hohe Motivation der Soldaten hat nicht nachgelassen. Sie entsteht in den Einheiten, den Zügen und Kompanien." Dort sehe man die Erfolge - "wenn eine Region nach Jahren an die zivile afghanische Verwaltung übergeben werden kann wie kürzlich in Feisabad. Oder wenn Soldaten in ihrem zweiten oder dritten Einsatz dort sehen, dass die Kinder zur Schule gehen."

Nachfolger Hannemann stimmte Zorns Bedauern zu, dass die Saarland-Brigade im Rahmen der Bundeswehrreform nach ihrem nächsten Afghanistan-Einsatz, geplant für 2014, den Standort Saarlouis verlassen wird. "Um Saarlouis tut es mir jetzt schon Leid."

Die Saarland-Brigade ist Hannemanns 15. Funktion bei der Bundeswehr seit seinem Eintritt 1981. Bei Zorn war es die 14. Verwendung seit 1978. Hannemann ist gelernter Fallschirmjägeroffizier, absolvierte die deutsche und die britische Generalstabsausbildung. Er war Kommandeur des Panzergrenadierlehrbataillons in Munster und deutscher Verbindungsoffizier zum afghanischen Generalstab und Verteidigungsministerium in Kabul.

Zur Saarland-Brigade gehören derzeit rund 3500 Soldatinnen und Soldaten in Saarlouis, Lebach, Merzig und Zweibrücken. Der Verband stellt seit 20 Jahren Kontingente für jeden Bundeswehr-Einsatz. Sein Auftrag ist außerdem ständige Bereitschaft zur Evakuierung von deutschen Staatsbürgern. Auf dem Großen Markt in Saarlouis übergibt Zorn am Freitag im Rahmen eines Appells ab zehn Uhr das Kommando an Hannemann.