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Interview mit Matthias Spurk
Patissier des Jahres: Ich möchte die Gäste glücklich machen und mich stets verbessern

Matthias Spurk vom Gästehaus Klaus Erfort ist Patissier des Jahres.
Matthias Spurk vom Gästehaus Klaus Erfort ist Patissier des Jahres. FOTO: Sebastian Klöckner
Saarbrücken. Der beste Patissier Deutschlands kommt aus dem Saarland und arbeitet auch hier. Matthias Spurk vom 3-Sterne-Restaurant Gästehaus Klaus Erfort in Saarbrücken ist gebürtig aus Nalbach. Er wurde vom Gault Millau, einem der wichtigsten Feinschmecker-Führer, vor wenigen Monaten zum Patissier des Jahres gekürt. Wir haben nachgehört, wie es sich mit dem Titel leben und arbeiten lässt und was die Zukunft bringt. Von Sebastian Klöckner
Sebastian Klöckner

Sie wurden vor nicht allzu langer Zeit vom Gault Millau zum besten Patissier Deutschlands gekürt. Bekommen Sie immer noch Gratulationen und über welche haben Sie sich besonders gefreut?


Die Verleihung ist ja noch nicht all zu lange her und da gibt es natürlich immer noch ein paar Gratulationen. Auch von alten Weggefährten, die man seit langem mal wieder trifft. Aber sonst hat sich das eigentlich normalisiert. Ich habe mich über jeden einzelnen Gratulanten gefreut. Besonders natürlich über Nachrichten von Kollegen, zu denen man noch vor nicht all zu langer Zeit hinauf geschaut hat. Wenn man dann diese Anerkennung erfährt, ist das natürlich etwas ganz besonderes.



Ihr Lehrmeister in Baiersbronn Pierre Lingelser ist auch ein väterlicher Freund für Sie. Was hat der Alt-Meister zu ihrem Titel gesagt?

Pierre hat mich daran erinnert, dass er mir das bereits bei meinem Weggang aus Baiersbronn vorhergesagt hat. Und, dass er sehr stolz auf mich ist, was mir letztendlich sehr viel bedeutet hat. Pierre ist nach wie vor eine wichtige Bezugsperson für mich.

Wie hat sich die Arbeit verändert? Haben Sie das Gefühl nun kritischer beobachtet zu werden?

Ehrlich gesagt, war das einer meiner ersten Gedanken nach bekanntwerden der Auszeichnung. Ich habe aber eher das Gefühl, dass die Gäste euphorisierter sind, wenn es um das Dessert geht als vorher. Man isst schließlich das Dessert des „Patissier des Jahres". Letztendlich bin ich aber derjenige, der nochmal ein Stück härter mit sich und seiner Arbeit ins Gericht geht. Ich will nochmal besser werden und noch härter an mir arbeiten.

Sie spielen in der kulinarischen Champions League. Gibt es nun auch Abwerbungsversuche von internationalen Spitzenclubs, ähm Restaurants?

Soziale Netzwerke wie Xing oder Monster haben es einem schon vorher ermöglicht Kontakte zu anderen Restaurants und Unternehmen herzustellen. Und klar, war da auch mal ein Jobangebot dabei. Nach der Auszeichnung lässt sich aber schon sagen, dass Anfragen von Headhuntern und Angebote aus der Lebensmittelindustrie zugenommen haben.

Sie können den Titel zwar nicht verteidigen, aber dafür noch einige andere gewinnen. Haben Sie in diesem Jahr noch ein Ziel?

Zur Zeit besteht noch die Chance von der Fachzeitschrift „Rolling Pin“ als „Pâtissier des Jahres“ ausgezeichnet zu werden. Solche Titel waren aber noch nie mein Antrieb. Ich mach diesen Job, weil ich ihn liebe und ich liebe die Freiheit die er mir bietet. Ich möchte auch in Zukunft die Gäste glücklich machen und mich stets verbessern

Wer Matthias Spurk bei der Abstimmung zum Patissier des Jahres des Fachmagazins Rolling Pin unterstützen möchte, kann hier für ihn abstimmen: https://www.rollingpin.de/awards-deutschland/voting/patissier-des-jahres-de/