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Oberthal hat im neuen Jahr viel vor

Bürgermeister Stephan Rausch begrüßt mit seiner Gattin Marianne die Gäste. Foto: B&K
Bürgermeister Stephan Rausch begrüßt mit seiner Gattin Marianne die Gäste. Foto: B&K
Oberthal. Reichlich Hände zum Schütteln gab es kürzlich für Stephan Rausch. Anlass war der Neujahrsempfang der Gemeinde Oberthal, zu dem der Bürgermeister knapp 300 Vertreter aus Vereinen, Verbänden, örtlicher Wirtschaft und Politik ins Foyer des Oberthaler Gebäudes der ERS/Gemeinschaftsschule Namborn/Oberthal geladen hatte Von SZ-Mitarbeiter Thorsten Grim

Oberthal. Reichlich Hände zum Schütteln gab es kürzlich für Stephan Rausch. Anlass war der Neujahrsempfang der Gemeinde Oberthal, zu dem der Bürgermeister knapp 300 Vertreter aus Vereinen, Verbänden, örtlicher Wirtschaft und Politik ins Foyer des Oberthaler Gebäudes der ERS/Gemeinschaftsschule Namborn/Oberthal geladen hatte.Rückblickend zählte Rausch auf, was in Oberthal in 2012 alles auf den Weg gebracht wurde: Im Rathaus-Carrée wird ein neuer Verbrauchermarkt gebaut - noch 2013 sollen die Arbeiten losgehen. Fertig werden soll diesen Sommer der Neubau am Kindergarten Oberthal, sodass die Gemeinde künftig 20 weitere Krippenplätze anbieten kann. Auf drei kommunalen Gebäuden wurden Photovoltaikanlagen installiert und mit dem Projekt Windpark Leißberg biegt Oberthal auf die Zielgerade ein. Zudem wurde in Gronig für 600 000 Euro die Theleyerstraße erneuert, "sodass wir für 2012 mit Fug und Recht das Resumée ziehen: Wir waren erfolgreich", sagte Bürgermeister Rausch.


An Arbeit und Aufgaben wird es der Gemeinde Oberthal auch 2013 nicht mangeln. So sei der Windpark mit seinen vier Anlagen zwar auf der Zielgeraden, "aber von einer Illusion sollte man sich verabschieden: Mit einem solchen Windparkprojekt können wir finanzielle Verbesserungen (…) erreichen, aber die finanziellen Probleme lassen sich dadurch auf keinen Fall lösen". Eine sehr reizvolle Aufgabe sei das Projekt Imweilerwiese. "Auch hier waren die Vorarbeiten solide, und wir haben zum richtigen Zeitpunkt die Gelegenheit beim Schopfe gepackt", unterstrich Rausch, wie bedeutsam es für die Entwicklung der Oberthaler Ortsmitte sei, "wenn wir diese Maßnahme umsetzen können". Mit dem Projekt "Sinnes - und Wassergarten Imweiler Wies" will die Gemeinde Oberthal zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen soll der notwendige Hochwasserschutz installiert und zum anderen Fördergeld zur Neugestaltung eingestrichen werden (wir berichteten). Mit der Erneuerung der Heizungsanlage für den Gebäudekomplex Kindergarten/Feuerwehrgerätehaus, Turnhalle und Schützenhaus in Güdesweiler sowie der Anschaffung eines neuen Fahrzeugs für den Bauhof der Gemeinde, hat die Verwaltung zwei weitere kostenträchtige Investitionen im Haushaltsjahr 2013 eingeplant. Angesprochen wurde vom Bürgermeister auch der kommunale Entlastungsfonds (KELF). Oberthal zählt nach dem dort angelegten Verteilungsschlüssel zwar nicht zu den Kommunen, denen Überschuldung droht. Trotzdem bekommt die Gemeinde in diesem Jahr voraussichtlich 110 000 Euro, um damit Kredite und Zinsen bedienen zu können. So viel zum Haushalt 2013, der derzeit in Rat und Verwaltung noch beraten wird.

"Aber die Kommune ist nicht bloß ein Wirtschaftsstandort. Eine Kommune ist eine Gemeinschaft, in der das Miteinander zählt", erklärte Rausch. Umso schwieriger sei es dann für die Betroffenen in den Vereinen und Verbänden, die dieses Miteinander mit Leben füllen, zu akzeptieren, dass oftmals Leistungen der öffentlichen Hand in diesen Bereichen "wegen finanzieller Engpässe der Kommunen und der auferlegten Haushaltssanierungskonzepte reduziert oder gar ganz gestrichen werden".

Um auf die Fragen rund um die Zukunft die richtigen Antworten geben zu können, hat die Verwaltung ein Entwicklungskonzept erstellen lassen. Das zeigt zum einen den Weg, den die Gemeinde in den zurückliegenden Jahrzehnten beschritten hat. Zum anderen gibt es aber eine Prognose für die kommenden Jahre. Die sagen in der Gemeinde einen durchschnittlichen jährlichen Bevölkerungsrückgang von 50 Personen vorher, gründend auf geringen Geburtenzahlen (39), einer hohen Anzahl von Sterbefällen (87) und einem negativen Saldo im Vergleich Neubürger/Wegzieher. Letzteres traf in den vergangenen beiden Jahren so allerdings nicht zu: Im Vergleich der Zuzüge gegenüber den Abgängen steht vielmehr ein positives Verhältnis zu Buche. Es sei zwar nur eine Momentaufnahme, "aber mit nur 20 Einwohnern weniger im Jahresvergleich", habe der Trend zumindest abgeschwächt werden können. "Eine Kommune ist eine Gemeinschaft, in der das Miteinander zählt"

Stephan Rausch