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Neuer Ombudsmann am Bostalsee

Voraussichtlich bis September stellen Arbeiter, darunter etwa 80 Rumänen, die Häuser des Ferienparks fertig. foto: Bonenberger & Klos
Voraussichtlich bis September stellen Arbeiter, darunter etwa 80 Rumänen, die Häuser des Ferienparks fertig. foto: Bonenberger & Klos
Nohfelden. Neuer Ombudsmann auf der Ferienpark-Großbaustelle ist der pensionierte Beamte Elmar Toader. Weil der nicht nur für die Rumänen am Bau, sondern auch für die Arbeitgeber dolmetschte, hatte Vorgänger Markus Andler aus Protest vorübergehend sein Amt niedergelegt. Von SZ-RedakteurMatthias Zimmermann

Die Arbeiter auf der Baustelle des neuen Ferienparks am Bostalsee in Nohfelden haben einen neuen Ansprechpartner. Elmar Toader ist ab jetzt Ombudsmann, der sich im Konfliktfall um deren Angelegenheiten kümmern soll. Er übernahm die Nachfolge von Markus Andler (49), dessen Amtszeit, wie mit dem saarländischen Wirtschaftsministerium bei Aufnahme seiner Tätigkeit Anfang April vereinbart, am 30. Juni endete (wir berichteten).

Die ehrenamtliche Vermittlerstelle war als Konsequenz aus dem Skandal um nicht entlohnte Gastarbeiter auf der Großbaustelle und auf das daraus resultierende Drängen der Saar-Regierung geschaffen worden: Im März war bekannt geworden, dass Rumänen über Monate kein Geld für ihre Arbeit bekommen hatten. Darauf wurden den Betroffenen nach Vermittlung von Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke (SPD) die ausstehenden Löhne ausbezahlt. Nach Toaders Angaben sind zurzeit noch rund 80 Rumänen auf der Baustelle beschäftigt.

Zwar öffnete der französische Betreiber Center-Parcs zum 1. Juli die Pforten des neuen Ferienparks bereits für Urlauber. Dennoch blieben Restaufträge auf der Baustelle. Die Verantwortlichen der mit dem Ferienhäuser-Bau beauftragten Firmen rechnen damit, dass bis Mitte oder Ende September gearbeitet werden muss.

Rund 100 der 500 Fertigbau-Unterkünfte sind noch nicht fertig, berichtet Rüdiger Fluck vom niedersächsischen Holzbaukonsortium IETC. Für diese Zeit stehe Toader den aus zahlreichen europäischen Ländern kommenden Werkarbeitern zur Verfügung. Das sichert Heinz-Peter Klein von der staatlichen Strukturholding Saar (SHS) zu. Sie war für den Bau des Ferienpark-Zentralgebäudes beauftragt, wo unter anderem Hallenbad, Rezeption und Gastronomie sowie Verwaltung untergebracht sind. Bei der SHS ist auch die Ombudsstelle angedockt.

Da die meisten Beschäftigten aus Rumänien stammen, sei die Wahl auf Toader gefallen, der ebenfalls in diesem osteuropäischen Land geboren worden ist, so die SHS. Der 63-Jährige war bis zu seiner Pensionierung beim Wasser- und Schifffahrtsamt Saarbrücken tätig und wird heute als vereidigter Dolmetscher für Rumänisch eingesetzt. In dieser Funktion war Toader dem bisherigen Ombudsmann, IG-BAU-Funktionär Markus Andler, zur Seite gestellt worden. Allerdings kam es zum Zerwürfnis. Andler kritisierte, dass Toader nicht ausschließlich für ihn übersetzte, sondern auch für die Gegenseite, die Arbeitgeber. Deshalb kündigte Andler im Mai überraschend seinen Rücktritt an. Nachdem ihm ein neuer, nur ihm unterstellter Dolmetscher zugesichert worden war, blieb Andler doch noch bis zum ursprünglich vereinbarten Datum 30. Juni.

Toader verteidigt seine Arbeit als freiberuflicher Übersetzer: "Ich übernehme eine notarielle, unabhängige Funktion." Er dolmetsche lediglich, ohne den Inhalt zu interpretieren. Daraus könne ihm kein Vorwurf gemacht werden. Im Übrigen habe seine Frau die Aufträge der Arbeitgeber ausgeführt.