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Industriegewerkschaft fordert mehr Kontrollen von Mindestlöhnen

Kreis Neunkirchen. Anlässlich der neuen Ermittlungszahlen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit fordert die IG Bauen-Agrar-Umwelt Saar-Trier die Kontrollen von Mindestlöhnen auszuweiten. Allein im vergangenen Jahr wurden im Kreis 16 Ermittlungsverfahren eingeleitet. red

Die IG Bauen-Agrar-Umwelt Saar-Trier will mehr Kontrollen von Mindestlöhnen. Dies sei insbesondere notwendig, um ehrliche Baubetriebe im Kreis Neunkirchen vor kriminellen Lohnpraktiken unseriöser Konkurrenzfirmen zu schützen. Anlass für die Forderung sind Ermittlungszahlen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Saarbrücken, die die Gewerkschaft jetzt vorgelegt hat. Sie zeigten, dass auf etlichen Baustellen in der Region noch immer der tarifliche Mindestlohn unterlaufen werde. "Im vergangenen Jahr hat das für den Kreis Neunkirchen zuständige Hauptzollamt Saarbrücken in der gesamten Region 784 Mindestlohn-Kontrollen auf dem Bau durchgeführt. Als Ergebnis wurden in 16 Fällen Ermittlungsverfahren eingeleitet", sagt Heiner Weber.

Nach Einschätzung des Vorsitzenden vom IG BAU-Bezirksverband Saar-Trier liegt die Dunkelziffer der Mindestlohn-Verstöße jedoch weitaus höher: "Wenn bei stichprobenartigen Kontrollen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit in der Region schon dieses Ergebnis herauskommt, dürften die tatsächlichen Mindestlohn-Verstöße einen weitaus größeren Umfang haben."

Die Zahlen seien ein klares Indiz dafür, dass es immer noch etliche Unternehmen gebe, die sich bewusst nicht an die tariflichen Lohnuntergrenzen im Baugewerbe hielten. Weber: "Diese zahlen ihren Beschäftigten weniger, um billig an Aufträge zu kommen. Und das führt ganz klar zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung. Die Baubetriebe im Kreis Neunkirchen, die seriös und ehrlich arbeiten, sind die Leidtragenden dieser kriminellen Lohn-Praktiken."

Um die "schwarzen Schafe" auf den Baustellen zu überführen, müsse der Mindestlohn stärker und intensiver kontrolliert werden, so Weber. Nur gelegentliche Überprüfungen reichten nicht aus. "Dafür muss das Personal der Finanzkontrolle Schwarzarbeit aber deutlich aufgestockt werden. Mittlerweile gibt es in immer mehr Branchen Mindestlöhne. Da kommt der Zoll mit den Kontrollen einfach nicht mehr nach. Für die vielen neuen Mindestlöhne, die zu kontrollieren sind, ist die Finanzkontrolle Schwarzarbeit personell einfach nicht vorbereitet", kritisiert der IG BAU-Bezirksvorsitzende. Hier sei dringend mehr "Manpower" notwendig. Es dürfe nicht dazu kommen, dass durch Personalengpässe und zu wenig Kontrollen Tricksereien beim Lohn kalkulierbar würden.