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Für das Dorffest zurück in die Vergangenheit

Ein mittelalterliches Programm, wie hier mit Gaukler Vericulus, versetzte die Besucher zurück in die Zeit der ersten urkundlichen Erwähnung Stennweilers. Foto: ani
Ein mittelalterliches Programm, wie hier mit Gaukler Vericulus, versetzte die Besucher zurück in die Zeit der ersten urkundlichen Erwähnung Stennweilers. Foto: ani FOTO: ani
Stennweiler. Ein ganz normales Dorffest wurde die 32. Auflage des Festwochenendes in Stennweiler nicht. Denn im Jubiläumsjahr verwandelte sich die Dorfmitte in eine mittelalterliche Festmeile mit Gauklern und einem bunten Programm. Von SZ-Mitarbeiterin Anika Meyer

Ein Wochenende lang ging es in der Dorfmitte Stennweilers zumindest ein bisschen wieder so zu, wie 1347. Zum 666-jährigen Bestehen des Ortes wollte man an die Zeit der ersten urkundlichen Erwähnung erinnern, deshalb wurden die Besucher des 32. Dorffestes erstmals mit einem mittelalterlichen Rahmenprogramm in die Vergangenheit zurückversetzt. So begrüßte Ortsvorsteherin Christina Baltes am Freitagabend auch im mittelalterlichen Leinengewand die Gäste, als sie, zusammen mit Landrätin Cornelia Hoffmann-Bethscheider, den Fassbier-Anstich vornahm. "Zeitweise war es schon arg heiß in dem Kleid, aber mir macht das mittelalterliche Treiben Spaß.", so Baltes. Der Kirchenchor Cäcilia, die Tanzgruppe Step by Step und das musikalische Duo Be Free unterhielten den proppenvollen Dorfplatz, eine Feuershow mit der Künstlergruppe Prometheus-Erben sorgte für Staunen.

Am extrem heißen Samstag liefen die Besucher erst in den Abendstunden ein. Auf dem nett dekorierten Platz mit Girlanden und Rosen auf den Tischen suchte man sich ein schattiges Plätzchen und genoss kulinarische Spezialitäten vom Elsässer Flammkuchen bis zum griechischen Gyros. Helmut Ries vermisste etwas die "Gefüllde", die die katholischen Frauen früher angeboten hätten, doch ansonsten fühlte er sich sehr wohl: "Alles ist sehr ansprechend aufgebaut. Ich bin sowieso so e richtiger Feschtsches-Meier'." Auch Esther Huwer genoss ein paar gemütliche Stunden: "Die Stimmung ist gut und ich freue mich, hier Bekannte und Verwandte zu treffen." Für mittelalterliches Flair sorgte der Gaukler Vericulus. Nicht nur kleine Besucher beobachteten wie gebannt seine flink jonglierenden Hände und amüsierten sich prächtig über seine Witze. Was sich jedoch an diesem Abend, während die Musikgruppe Bakerstreet Oldies und Pop zum Besten gab, als angenehmes Lüftchen ankündigte, wuchs sich zu derart heftigen Böen aus, dass das Fest vorzeitig abgebrochen werden musste.

Dem Regen am Sonntag hingegen bemühten man sich die kalte Schulter zu zeigen: "Wir lassen uns das nicht vermiesen", sagte die Ortsvorsteherin entschlossen. Schließlich hatte man einiges geplant, darunter den traditionellen bunten Abend, der von vielen mit Vorfreude erwartet wurde: Akteure aus der Stennweiler Bevölkerung betraten dabei die Bühne und unterhielten mit Musik, Märchen oder humorvollen Darbietungen. Baltes selbst hatte alles für eine Verwandlung in Heino vorbereitet. Außerdem gab es Musik mit dem Musikverein Harmonie Schiffweiler, Disco mit Carsten Mieger sowie Kinderunterhaltung an mehreren Ständen und ein Flohmarkt für Kinder.