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Dieser Bach bleibt jetzt sauber

Bliesransbach. Wer am Rande von Bliesransbach spazieren geht, durchquert ein Idyll aus Wiesen, Feldern und Obstbäumen. Mittendurch rauscht der Ransbach, der nach dem Tauwetter der vergangenen Tage mit einer kräftigen Strömung Richtung Blies eilt. Pure Natur. Doch das war nicht immer so. Erst seit dem vergangenen Sommer bleiben ihm Abwässer aus Bliesransbach erspart Von SZ-Redakteur Frank Kohler

Bliesransbach. Wer am Rande von Bliesransbach spazieren geht, durchquert ein Idyll aus Wiesen, Feldern und Obstbäumen. Mittendurch rauscht der Ransbach, der nach dem Tauwetter der vergangenen Tage mit einer kräftigen Strömung Richtung Blies eilt. Pure Natur.Doch das war nicht immer so. Erst seit dem vergangenen Sommer bleiben ihm Abwässer aus Bliesransbach erspart. Damals eröffnete der Entsorgungsverband Saar (EVS) den Hauptsammler Bliesransbach. Das markierte den Abschluss eines Jahrzehnte dauernden Projektes mit vielen Problemen und schwierigen Grundstücksverhandlungen.


Doch seit Juni 2012 nun sind alle Häuser an die Kläranlage im französischen Welferdingen angeschlossen. Bis dahin hatte jedes Haus in Bliesransbach eine Klärgrube. Und daraus rann das Schmutzwasser erst in den Ransbach, dann von dort in die Blies. An diese Zeiten denkt Paul Meilgen nicht gern zurück. Ganz nahe an Meilgens Anwesen in der Eduard-Mörike-Straße fließt der Ransbach. "Gerade in den Sommermonaten konnte man sich kaum im Garten aufhalten oder die Balkontür oder Fenster öffnen. Es herrschte ein fast unerträglicher Gestank. Auf den Steinen im Bach war immer eine zentimeterdicke braune Schicht", erinnert sich Meilgen mit Schaudern. In diesem Frühjahr und Sommer wird der Bach besser aussehen. Die Bewohner der Eduard-Mörike-Straße können wieder unbeschwert in ihren Gärten sitzen, grillen und die Natur genießen. "Der Gestank ist weg. Der Bach ist bereits nach dieser kurzen Zeit schon wieder klar, und man kann meist bis auf den Boden sehen. Der EVS pflanzte noch Bäume und Stauden. Bis diese groß sind und blühen, dauert zwar noch ein Weilchen, doch der Blick über unsere Gärten ist jetzt schon ein Genuss", sagt Meilgen. Wie der EVS mitteilte, investierte er in den vergangenen Jahren in der gesamten Gemeinde Kleinblittersdorf mehr als 23 Millionen Euro in die Abwasserbeseitigung.

Mit der Eröffnung des Hauptsammlers in Bliesransbach sind alle fünf Orte der Obere-Saar-Gemeinde an die Kläranlagen Brebach oder Welferdingen angeschlossen.



Fehlt als letzter Schritt das Kurzschließen der Klärgruben an den Häusern, damit das Abwasser direkt in die Kanalisation fließt. Nach Angaben der Gemeinde hat dies bereits mehr als die Hälfte aller Bliesransbacher getan, der Rest folgt dieses Jahr.