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Gesundheit
Ärzte-Präsident warnt vor Verharmlosung von Cannabis

Junge Erwachsene in Deutschland haben zuletzt deutlich mehr Cannabis konsumiert als noch vor wenigen Jahren.
Junge Erwachsene in Deutschland haben zuletzt deutlich mehr Cannabis konsumiert als noch vor wenigen Jahren. FOTO: dpa / Arne Immanuel Bänsch
Berlin/Saarbrücken. „Finger weg von jeglichen Drogen.“ Dazu ruft Sanitätsrat Dr. Josef Mischo in seiner Funktion als Vorsitzender der Bundesärztekammer-Arbeitsgruppe „Sucht und Drogen“ auf. Das gelte für legale Drogen wie Tabak und erst recht für illegale Substanzen. Von Christine Kloth
Christine Kloth

Dabei solle auch der Konsum von Cannabis nicht verharmlost werden. „Je jünger die Konsumenten, desto schwerwiegender die Folgen“, sagt Kammerpräsident Mischo.


Durch eine Legalisierung von Cannabis würden die gesundheitlichen Gefahren des Cannabiskonsums verharmlost und präventive Bemühungen im Suchtbereich konterkariert, heißt es dazu in einer Stellungnahme der Bundesärztekammer (BÄK) zur öffentlichen Anhörung vor dem Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags am gestrigen Mittwoch. Nach Einschätzung der BÄK würde eine Cannabis-Freigabe zu steigenden Konsumentenzahlen führen und den medizinischen Behandlungsbedarf erhöhen.

Eine jüngst vorgelegte und vom Bundesgesundheitsministerium geförderte Studie zeige unter anderem auf, dass es durch Cannabiskonsum zu eingeschränkter Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeit und Psychomotorik sowie hirnstrukturellen Veränderungen kommt. Zudem steige das Risiko für psychotische Störungen und die Entwicklung eines Abhängigkeitssyndroms deutlich an.



Dr. med. Josef Mischo
Dr. med. Josef Mischo FOTO: Robby Lorenz

Weitere Infos unter  www.baek.de