Schöne Ansichten von St. Arnual und vieles mehr

Hein Bender war ein vielseitiger Künstler: Er beherrschte verschiedene Maltechniken und Stile. Gleichzeitig wurde die Liebe zu St. Arnual in seinem Schaffen deutlich. Ein Querschnitt seiner Kunst ist jetzt in dem Stadtteil zu sehen, wo Bender 1987 starb.

In den 1980er-Jahren war Hein Bender in St. Arnual ein gefragter Künstler. Seine romantisierten, malerischen, farblich gedämpften Ansichten des Stadtteils, insbesondere von der Stiftskirche, hingen in vielen Wohnzimmern und machten ihn zum Heimatmaler. Dabei konnte Hein Bender viel mehr als nur Kirche, Gassen und Dorfplatz. Das zeigt jetzt auch eine Ausstellung im Heimatmuseum St. Arnual , die am Sonntagmorgen eröffnet wurde.

Dort werden ganz unterschiedliche Arbeiten des Künstlers, der 1920 in Lauterecken geboren wurde und 1987 in St. Arnual starb, zu sehen sein.

Die Aquarelle, Zeichnungen und Gemälde aus dem Nachlass der Familie Hein Benders, der 1949 die Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken abschloss, überraschen. Denn sie zeigen einen Künstler, der ganz unterschiedliche Motive, Techniken, aber auch Stile beherrschte. So werden zarte, duftige Blumenaquarelle zu sehen sein, die dem Künstler als "Fingerübungen" dienten.

Einen starken Kontrast dazu bilden abstrahierte Kohlezeichnungen, die er auf wenige, harte Striche reduzierte. Die ältesten Zeichnungen waren bereits in der Kriegsgefangenschaft entstanden. Eindrucksvoll sind auch seine Stillleben in Öl. Ganz im Stil der 1950er- und 1960er-Jahre hat Hein Bender hier keine räumliche Auffassung der Szenerie, sondern er setzt die einzelnen Objekte wie durchsichtig neben- und voreinander, sodass sie sich gleichzeitig überschneiden und trotzdem in ihrer gesamten Ansicht zu sehen sind.

Natürlich werden in der Ausstellung aber auch Ansichten aus St. Arnual präsentiert. Neben den bereits erwähnten romantisierten Stiftskirchenbildern wird auch eine vereinfachte und farblich leuchtende, fast schrille Ansicht des alten Spritzenhauses gezeigt. Und spätestens mit solchen Arbeiten wird klar, dass Hein Bender, der St. Arnualer Heimatmaler, künstlerisch oft unterschätzt wurde.

"Facetten eines Künstlers. Hein Bender". Ausstellung im Heimatmuseum St. Arnual , Augustinerstraße 7. Geöffnet ist sie an den Adventssonntagen, 6. Dezember, 13. Dezember und 20. Dezember, jeweils von 15 bis 18 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter Tel. (06 81) 9 85 00 46.

Hein Bender Dieses Bild zeigt St. Arnual und das Wahrzeichen des Stadtteils, die Stiftskirche. Foto: Martina Kostka

Mehr von Saarbrücker Zeitung