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Kolumne: Ganz das gute Leben:Braucht ein Hund 700 verschieden Snacks?

Saarbrücker Lokalspitze : Ganz das gute Leben - Braucht ein Hund 700 verschieden Snacks?

Was sind wir verwöhnt! Wir lassen es uns gut gehen, gönnen uns etwas. Im Supermarkt stehen hunderte Sorten Joghurt, Marmelade, Schokolade, Käse, Müslis, Softdrinks… Wir dürfen wählen, wenn wir können oder wollen und nicht den Überblick verlieren.

Selbst unsere Haustiere sind verwöhnt. Ein Prospekt für Garten- und Zooartikel wirbt mit Knabbersachen für den Hund: „Riesige Auswahl an Snacks und Kauartikeln für Ihren Hund – über 700 verschiedene Sorten“. Dazu ist körbeweise Zeug abgebildet, das wie Schinkenröllchen, Knochen, Chips und Salamischeiben aussieht.

Jetzt frage ich Sie, wofür braucht ein Hund 700 Mal verschiedenes Kauzeugs? Sind dem die Varianten nicht völlig wurscht, so lange sie nach Wurst schmecken? Es ist schon fraglich, ob der Hund solche wie Pommes Frites oder Burger geformte Snacks überhaupt nötig hat. Warum soll man als Frauchen oder Herrchen zwischen so vielen Sorten aussuchen? Das ist doch Folter. Der Hund geht ja nicht selbst einkaufen. Zum Glück habe ich keinen!

Meine Katzen sitzen neben mir, als ich ins Prospekt schaue. Für sie gibt es ähnliche Angebote. Die Katzen gucken elektrisiert und tippen auf eines der dort abgebildeten Knabberdinger: Sie wollen den „Turbo Cat High Energy Carbon Carot Riot“. „Den was…?“, sage ich. Sie tippen nochmals mit den Pfoten auf einen Haufen knallorange gefärbter, nicht sehr voluminöser Snacks zu nur 3,98 Euro das Stück und machen große Augen. Entfernt erinnert so ein Turbo Cat-Gaumenkitzler an eine betagte Karotte, was auch immer Katzen damit wollen.

„Nee, nee!“, sage ich und winke gelassen nach draußen: „Sucht ihr mal schön. Ein Tipp: Es ist grau, hat Öhrchen, man nennt es Mäuschen!“. Drauf beiße ich genüsslich in meinen „Chocolate Topped Low Fat Strawberry Rosmary Biff Nip“…