Schäferhunde: Wahre Superstars auf vier Pfoten

Schäferhunde : Wahre Superstars auf vier Pfoten

Bei der Landesgruppenzuchtschau Deutscher Schäferhunde zeigten sich die Tiere von ihrer besten Seite.

Die jährliche Landesgruppenzuchtschau für Deutsche Schäferhunde, die die Ortsgruppe (OG) St. Ingbert des Vereins Deutsche Schäferhunde am Sonntag bereits zum dritten Mal in der Oststraße ausrichtete, war alles andere als eine unauffällige Veranstaltung. Schon von weitem wurde man auf dem Hundeübungsplatz In der Au lautstark begrüßt. Doch nicht die Hunde machten diese zum Teil ohrenbetäubenden Geräusche, sondern ihre Halter, die außerhalb des Ringes mit Rasseln, Pfeifen und „Heija“- oder Namens-Rufen die Aufmerksamkeit ihres tierischen Begleiters an der Leine eines Führers auf sich ziehen wollten. Denn bei solch einer Zuchtschau geht es unter anderem darum, wie aufmerksam der Hund ist oder wie er auf sein Herrchen oder Frauchen „fixiert“ ist.

Noch nie waren mit 150 Deutschen Schäferhunden so viele gemeldet wie in diesem Jahr. Sie stellten sich den Wertungsrichtern, von denen einer, Torsten Kopp, extra aus Berlin angereist war. Dabei traten die Tiere, die in der Woche rund viermal trainieren, in verschiedenen Wertungsklassen, getrennt nach Hündinnen und Rüden, an. Die tierischen Hauptakteure präsentierten sich in den Klassen Gebrauchshunde und, gestaffelt nach Alter, in einer Nachwuchs-, Jugend- und Junghundklasse. Wer in St. Ingbert mitlief, gehört bereits zu den „Profis“ und „zur ersten Sahne“ der Schäferhunde, wie Roland Ackermann, einer der Organisatoren von der OG, sagte. Hier traf sich das „Who is Who“ der Schäferhundzucht-Szene und es konnte sein, dass bereits erste Termine für den Deckungsakt ausgemacht wurden.

Die Hunde mit so klangvollen Namen wie Ares die Verdi Colli, Lilly du Domaine des Sorbiers oder Monty vom Schloss Balgheim kamen neben Deutschland aus Italien, Frankreich, den Niederlanden, sogar aus Mexiko, Kroatien und Bulgarien in klimatisierten Boxen, Auto-Anhängern oder gar Bussen angereist. „Diese Schau ist für Hunde und Führer extrem anstrengend“, weiß Daniela Knapp, die Pressewartin der Landesgruppe, „hier wird ihre Belastbarkeit getestet.“ Nicht nur, dass Hund und Führer zirka eine halbe Stunde extrem aufmerksam sein müssen, sondern es gibt auch schnelle Runden, in denen die Tiere in den Trab oder Galopp fallen.

Beim Mitteltrab sehe man die Klasse eines Hundes am besten. Mitte August findet die Weltausstellung der Deutschen Schäferhunde in Ulm statt. Vorher bestand in St. Ingbert eine der letzten Gelegenheiten, seinen Hund auf den Prüfstand zu stellen. Die Hunde wurden vermessen und nach ihrem Pflegezustand beurteilt. Es erfolgte eine Chip- und Ausweiskontrolle, die Wertungsrichter schauten nach dem Zahnstatus der Tiere, dem Aussehen des Fells, dem Zustand der Hoden bei Rüden. Und natürlich spielte die Wuchsform und der optische Gesamteindruck eine Rolle. Richter Kopp verteilte viel Lob und gratulierte zu einem fast „makellosen“ Zuchthund, wurde aber auch deutlicher, wenn ein Hund etwas zu viel wog. Und so hörte sich ein kleiner Teil der Bewertung an, die in ähnlicher Form jedes einzelne der Tiere bekam: „Ein kraft- und ausdrucksvoller Rüde, der zu imponieren weiß. Hoher Widerriss, gerader Rücken, ein flüssiges Gangbild. Ein gut pigmentierter Rücken, korrekt gewinkelt in Vor- und Hinterhand.“

Die kleine Hündin Bria, zehn Wochen, war das Ergebnis solch einer Zuchtschau und schaute sich am Rand des Ringes die vielen großen Tiere an, bei denen sie später mal mitläuft. Das Interesse an der Veranstaltung war groß, die Teilnehmer lobten die Organisation, die tolle Atmosphäre, den gepflegten Platz und das reichliche Parkplatzangebot Auch das Wetter war mit einem bewölkten Himmel und zeitweise Regen ideal. Wie Vera Ackermann, die Vorsitzende der OG sagte, kommen rund 50 Prozent der Teilnehmer regelmäßig zu solchen Schauen. Für die Organisation einer solchen Veranstaltung investierten sie und ihr Mann rund eine Woche Urlaub, unterstützt von den Vereinemitgliedern.

Mehrere Wertungsrichter, hier Torsten Kopp aus Berlin, bewerteten alle 150 Hunde nach einem entsprechenden Katalog. Foto: Cornelia Jung. Foto: Cornelia Jung

„Die Resonanz ist hervorragend. Wir haben ein gutes Gefühl“, sagte Roland Ackermann am Sonntagmittag. Andere Hunderassen waren ebenfalls anwesend, wenn auch nur als Besucher. In den Ring kamen nur Deutsche Schäferhunde. Familie Ackermann hat selbst drei Tiere, die aber nicht an der Schau teilnahmen. Die Begeisterung für die Arbeit mit den Tieren war auf dem Platz in jedem Moment greifbar. „Der Schäferhund ist wie ein Virus, der dich nicht mehr loslässt“, sagt Vera Ackermann über sich, aber auch stellvertretend für die Teilnehmer, „er ist ein Lebensinhalt.“