Stadt startet Baustellen-Offensive

Wenn am Freitag die Sommerferien beginnen, wird die Stadt verkehrsmäßig umgekrempelt. An zahlreichen Orten werden Baustellen eingerichtet, meist handelt es sich dabei um die Erneuerung von Versorgungsleitungen und Kanalsanierungen.

Der größte Baubrocken, der in diesem Sommer auf die Autofahrer zurollt, ist die Kaiserstraße. Christian Fettig, Leiter des städtischen Abwasserbetriebes, brachte dazu gut Neuigkeiten mit: "Im Moment laufen zwei Bauabschnitte gleichzeitig, die Baufirma ist mit drei Baukolonnen gleichzeitig bei der Arbeit."

Derzeit werden die Hausanschlüsse erneuert, parallel dazu laufen die Arbeiten am Hauptkanal weiter, sie sollen bis Mitte Juli abgeschlossen sein. Für Mitte August ist vorgesehen, dass die Baustelle die Straßenseite wechselt, wobei der Verkehr nach wie vor stadtauswärts fließen soll. Erst Ende September ist mit einer Aufhebung der Einbahnstraßen-Regelung zu rechen.

Wenige Kilometer weiter östlich, wenn aus der Kaiserstraße die Obere Kaiserstraße geworden ist, warten die nächsten Behinderungen: Denn in Rohrbach lauert zwischen der Einmündung Industriestraße und der Kreuzung Im Stegbruch der nächste marode Kanal. Für seine Sanierung, die eigentlich zum Wochenbeginn starten sollte, kalkuliert Fettig zweieinhalb Monate ein. Die Auswirkungen auf den Straßenverkehr sollen sich aber in Grenzen halten - der Verkehr fließt in verengten Fahrbahnen.

Ein weiterer sanierungsbedürftiger Kanal verbindet in Rohrbach die Straße Im Talgarten und die Willi-Graf-Straße. Ab Mitte August soll sich dieser Zustand ändern. Der Kanal wird komplett erneuert, doch dazu müssen lediglich am Start- und Endpunkt Schächte ausgehoben werden. Dazwischen wird unterirdisch gearbeitet. Die letzte geplante Kanalbaustelle wird Anfang August in der Prälat-Goebel- und der Hobelsstraße eingerichtet. Dort finden in mehreren Bauabschnitten bis zum Jahresende Arbeiten an den Abwasserleitungen und am Mischwasserkanal im Close-Fit-Verfahren statt, das erstmals im Saarland in der Wiesenstraße angewendet wurde. Dabei wird ein verformtes Kunststoffrohr in die alte Leitung eingeführt und dann durch das Hindurchblasen heißen Wasserdampfes wieder auf seine ursprüngliche Größe ausgedehnt.

Baustellen unter Spannung

Ehrgeizig buddeln sich auch die Stadtwerke unter den Straßen der Stadt hindurch. Demnächst werden zahlreiche Leitungen verlegt, zum Teil wurde auch schon damit begonnen - etwa in der Dudweilerstraße. Unter dem Gehweg neben der stadteinwärts führenden Straßenseite wird seit Monaten eine 20 000 Volt-Leitung verlegt, laut Fettig kann diese Maßnahme im Herbst von der Baustellenliste gestrichen werden. "Aber auch nur, wenn das Wetter mitspielt", lenkt der Leiter des Fachbereichs Verkehr und ÖPNV, Frank Model, ein. "Wenn es stark regnet, können die Fahrbahn-Oberflächen nicht wiederhergestellt werden." Auf Model kommt die schwierige zu, dafür zu sorgen, dass es die Autofahrer praktisch gar nicht merken, wenn in der Stadt an allen Ecken und enden gebaut wird. Er koordiniert den Verkehr. "In der ersten Jahreshälfte hatten wir 209 kleinere und größere Baustellen, bis zum Jahresende werden es doppelt so viele sein", sagt Model, der sich dafür zu einem großen Teil bei Christian Fettigs Abteilung bedanken darf. Das weiß Fettig. "Wenn wir irgendwo rangehen, stören wir das gesamte System. Zu den reinen Ferien-Baustellen zählen die Pfarrgasse (Stromleitungen) und die Ensheimer Straße (Kabel-Erneuerung). Von den Baustellen in der Sophien- und Peter-Eich-Straße (Stromleitung) und in der Oberwürzbacher Hauptstraße (Gasleitung) haben auch noch die Urlaubs-Heimkehrer etwas.