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Leibniz-Gymnasium
Leibniz-Schüler erforschen Straßennamen

 Die Poststraße in St. Ingbert hieß früher „Straße des 13. Januar“. Nach 1955 wurde sie umbenannt in Poststraße, denn wo heute St. Ingberter Brötchen kaufen, hatte früher die Post ihren Sitz.
Die Poststraße in St. Ingbert hieß früher „Straße des 13. Januar“. Nach 1955 wurde sie umbenannt in Poststraße, denn wo heute St. Ingberter Brötchen kaufen, hatte früher die Post ihren Sitz. FOTO: Nina Drokur
St. Ingbert. Zu den Aufgaben einer Unesco-Projektschule gehört es, in regelmäßigen Abständen Projekttage durchzuführen, an denen sich Schülerinnen und Schüler besonders intensiv mit den Themenbereichen beschäftigen, welche die Arbeit der Unesco prägen. red

Deshalb führte das St Ingberter Leibniz-Gymnasium zum Ende des Schuljahres wieder eine Projektwoche durch. Die Schüler konnten aus einer Vielzahl an Projekten wählen, die sich alle mit dem vorgegebenen Themenrahmen „Brennpunkt Zukunft – Agenda 2030“ beschäftigten. 32 Schüler interessierten sich hierbei besonders für das Projekt „Straßennamen“, in welchem sie zusammen mit ihren Lehrern Herrn Frisch und Frau Rosar den geschichtlichen Hintergründen der Namensgebung bei Straßen auf die Spur kommen wollten. Dabei machten die Schüler einen interessanten Fund.


In St.Ingbert und Rohrbach existierten früher Straßen namens „Die Straße des 13. Januar“. Diese beiden Straßen wurden nach 1945 wieder umbenannt. In St. Ingbert heißt sie nun Poststraße, in Rohrbach Jugendheimstraße. In Saarbrücken existiert allerdings bis heute noch eine „Straße des 13. Januar“. Dies ist in den Augen der Schülerinnen und Schüler ein erschreckender Fund, denn der 13. Januar war ein Tag, der einiges im Saarland veränderte. Am 13. Januar 1935 stimmte nämlich die saarländische Bevölkerung ab, ob sie zu Frankreich oder Hitler-Deutschland gehören wollte. Eine andere Option wäre noch der Status Quo gewesen. Dies wollten die Saarländer aber nicht, obwohl es zahlreiche Argumente dafür gab.

90,5 Prozent der Bevölkerung stimmten schließlich dafür, zu Hitler-Deutschland zu gehören. Daraufhin wurden einige Straßen nach dem Ereignis des 13. Januar benannt. Nach dem 2. Weltkrieg wurden sie wieder umbenannt. Die „Straße des 13. Januar“ in Saarbrücken aber behielt bis heute ihren historisch umstrittenen Namen. Für die Teilnehmer des Projektes stellte sich die Frage, wieso diese Straße noch nicht umbenannt wurde. Sie fragten sich, ob es die Einwohner denn nicht stört, dass ihre Straße den Namen eines schrecklichen Ereignisses trägt und wieso sich noch nie jemand darüber beschwert hat.



Diese Fragen bleiben bisher ungeklärt. Da der Name nach Meinung der Schülerinnen und Schüler untragbar ist für die heutige Zeit, rufen sie dazu auf, dass sich die Einwohner des Saarlandes dafür einsetzen, dass die Stadt Saarbrücken den Namen dieser Straße ändert.