Suppentag: Schnippeln für den Katastrophenfall

Suppentag : Schnippeln für den Katastrophenfall

Der Suppenküchentag hat beim DRK Wittersheim/Bebelsheim Tradition. Seit 15 Jahren wird so mit Erbsensuppe die Versorgung geprobt.

Samstagmorgen gegen neun Uhr. Im Umfeld der ehemaligen Schule kommt einem ein für diese Uhrzeit ein untypischer Duft entgegen. Die Sinneswahrnehmung erinnert mehr an Mittagessen. Richtig: Es ist Erbsensuppe. Und die wird gerade in einem Zelt vor der Überdachung der Schule von Helfern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gekocht. Der Ortsverband Wittersheim/Bebelsheim veranstaltet seinen Suppenküchentag. Seit 15 Jahren wird wie am vergangenen Wochenende indirekt der Ernstfall geprobt. „Wenn das bei uns passiert, haben wir das wenigstens probiert“, erklärt Matthias Gaa im SZ-Gespräch. Der zweite Vorsitzende blickt damit auf eine Eisregenkatastrophe im Münsterland vor Jahren zurück. Die habe damals zu Überlegungen geführt, hier regelmäßig zu üben, ob man Passanten versorgen könne. Auch sei es eine Art Trockentraining für den fahrbaren Mittagstisch. Die frisch gekochten Suppen werden nach Vorbestellung in die umliegenden Ortschaften bis an die Haustüren ausgeliefert. „Das wird vor allem hier im Dorf gut angenommen. Die älteren Leute mögen das. Die hätten das am liebsten jeden Samstag“, berichtet Martina Vinzent.

Nicht nur Wittersheim selbst, sondern auch Bebelsheim, Bliesdalheim und Rubenheim werden angefahren, sagt die erste Vorsitzende des DRK. Ein Dutzend Helfer sind im Zelt und in der Küche des Wittersheimer Dorfgemeinschaftshauses in die Aktion eingebunden. In Bliesdalheim und Rubenheim nochmals je fünf Personen. Die Vorbereitungen am Freitag waren ebenfalls umfangreich. 20 Helfer, darunter die 90-jährige Stammmitarbeiterin Irma Vogelgesang, haben die Vorbereitungen für 350 Liter Suppe getroffen. Das dreistündige Schnippeln sei eine kurzweilige Angelegenheit, meinen Gaa und Vinzent. Jung und Alt tauschen sich dabei aktiv miteinander aus. 650 Portionen mit Brötchen zu 3,50 Euro gehen aus der Merowinger Straße raus.

„Es schmeckt besser als zu Hause, da es in einem großen Topf gekocht wird“, sagt Vinzent. Die Baustelle zwischen Rubenheim und Erfweiler-Ehlingen habe zu einer Verzögerung von etwa fünf Minuten geführt, die man einkalkuliert habe. Wen die Organisatoren davon erzählen, klingt das logistisch alles sehr durchdacht. Ist es auch. „Bis zwölf Uhr muss jeder sein Essen haben. Denn um Zwölf gebbt gess!“, meint Gaa grinsend. Manche Besteller stellen sich darauf ein, dass sie bereits um elf ihr Mittagessen haben. Andere stellen Behälter und das Geld vor die Tür. Man vertraut sich gegenseitig.

Das Kochen im Zelt sei weniger zeitintensiv gewesen, als gedacht, sagt Matthias Gaa. Beim nächsten Mal reiche sechs Uhr in der Früh aus. Dafür wird man die Anordnung der Kochutensilien in Zukunft anders ausrichten. Der Grund für das Kochen außerhalb des Gruppenraums liegt darin, dass dieser zu Wohnungen für Flüchtlinge umfunktioniert wird. Der Ersatzraum ist kleiner, hat keine Küche und ist für die Seniorennachmittage nicht barrierefrei. Man hofft auf eine passende Lösung seitens der Gemeinde.

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