Das Jugendforum Saarpfalz lud Bürger in Homburg zum Gespräch ein

Toleranz im Alltag : Man sollte immer den Dialog suchen

Das Jugendforum Saarpfalz lud am „Tag der offenen Gesellschaft“ die Bürger auf dem Christian-Weber-Platz zum Gespräch ein.

Eine freie und offene Gesellschaft, Toleranz, Eintreten gegen Rassismus – das sind die Ziele des „Jugendforums Saarpfalz und Homburg“ als Teil der „Partnerschaft für Demokratie“ der Kreis- und Universitätsstadt. Rund 30 Jugendliche engagieren sich derzeit ehrenamtlich auf dieser Plattform, am „Tag der offenen Gesellschaft“ treffen wir drei von ihnen auf dem Christian-Weber-Platz. Dort haben Lea Ziegler, Marco Grund und Moritz Schmid einen Tisch aufgebaut. Der Zweck: Menschen zum offenen Dialog einladen, gemeinsam eine Kleinigkeit essen, sich austauschen zu politischen und gesellschaftlichen Fragen.

Doch auf wen lassen sich diejenigen, die ein Gespräch mit den Drei suchen, eigentlich ein? „Wir sind ein Treff von Jugendlichen als Teil des Bundesprogramms ‚Demokratie leben‘“, erklärt Moritz.  Dabei sei das Jugendforum auch die geeignete Adresse, um Fördermittel zu beantragen, mit denen Projekte als Teil der „Partnerschaft für Demokratie“ und „Demokratie leben“ unterstützt werden könnten. „Wir als Jugendliche können dabei frei entscheiden, was wir fördern.“ Dabei ginge es meist um Aktionen gegen Extremismus und für eine offene Gesellschaft.

Und wie wird man Teil dieses Forums? Lea Ziegler: „Mich haben  Sprüche gegen Ausländer genervt, vor allem auf Partys. Irgendwann hab ich dann Marco kennengelernt. Er hat mir vom Jugendforum erzählt. Und ich fand das eine ziemlich coole Aktion. Und dann bin ich einfach hingegangen.“ Der dritte im Bunde an diesem Vormittag, Moritz Schmid, erzählt, dass er schon seit über zehn Jahren im Jugendwerk der Arbeiter-Wohlfahrt aktiv ist. „Ich hab dann vom Jugendforum Wind bekommen und hab’ mir gedacht: Das ist mega cool, wenn ich da hingehe, weil ich dann Fördermittel für Veranstaltungen und Projekte bekommen kann. Dann bin ich im Jugendforum hängen geblieben.“

Dass die drei sich am „Tag der offenen Gesellschaft“ als Teil der Arbeit des Jugendforums dem Dialog mit anderen Menschen und mitunter auch konträr andere Ansichten stellen, hat in derzeit einen hohen Aktualitätsbezug – machen doch zunehmens auch große gesellschaftliche Verbände öffentlich deutlich, dass sie sich in Zukunft eben nicht mehr auf einen Dialog mit bestimmten politischen Kreise einlassen wollen. Für Marco Grund nicht grundsätzlich eine gute Idee, so scheint es. „Ich denke, dass es nichts bringt, zu verneinen, dass es Menschen mit anderen politischen Einstellungen gibt. Und Menschen bestehen ja nicht nur aus ihren politischen Ansichten, sie sind ja sehr facettenreich. Und dann werden wir uns mit diesen Bürgern auch unterhalten.“ Ausnahmen definiert Marco Grund bei aller Offenheit aber schon: Aussagen gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung oder das Grundgesetz, egal von wem, könne man nicht hinnehmen, „dann muss man die Person höflich darauf hinweisen, dass das nicht erwünscht ist“.

Dass ein Dialog immer ein Geben und Nehmen ist, das hat für Lea Ziegler einen großen Reiz. „Wir im Jugendforum haben ja alle ziemlich ähnliche Ansichten, vor allem politisch. Da finde ich es super interessant, mich mit Leuten zu unterhalten, die wirklich andere Ansichten haben, Argumente von der anderen Seite zu hören und eigene Positionen zu überdenken.“ Für Moritz Schmid ganz wichtig als Ergebnis eines Dialogs mit anderen: „Man lebt dann halt selbst nicht mehr in der eigenen Filterblase. Ich bin der Meinung, dass der Weg in eine offene, solidarische Gesellschaft über den Austausch mit Menschen führt, die eine andere Meinung haben. Und nur dadurch gibt es mehr Vielfalt.“

Das „Jugendforum Saarpfalz und Homburg“ ist Teil eines mit den Jahren gewachsenen Netzwerks in Homburg. So gibt es seit 2013 das Aktionsbündnis „Homburg – Vielfältig statt einfältig“, in dem sich zivilgesellschaftliche Aktive gemeinsam für ein „offenes und buntes Homburg“ einsetzen. Partner der Stadt bei ihren Aktivitäten im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ ist das Adolf-Bender-Zentrum als Mitakteur des lokalen Bündnisses „Partnerschaft für Demokratie“. In dieser Partnerschaft kommen Bürger  zusammen, um Strategien für eine vielfältige Demokratie zu entwickeln.

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