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Ortsrat
Roter Granit für die Synagogen-Grundmauer

Ottweiler. Der Ortsrat Ottweiler befasste sich in seiner jüngsten Sitzung vor allem mit Bebauungsplan-Änderungen. Von Heinz Bier

In der Sitzung des Ortsrates Ottweiler ging es am Mittwoch vornehmlich um einige geplante Bauvorhaben. Zunächst gab der Ortsrat grünes Licht für den Grundsatzbeschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans für ein Sondergebiet Einzelhandel in der Leonardo-da-Vinci-Straße. Hintergrund ist, dass der Discounter Penny seinen Standort in der Saarbrücker Straße wegen begrenzter Platzverhältnisse aufgeben und dorthin verlegen will. Geplant sind ein Einkaufsmarkt mit einer Fläche von 1100 Quadratmetern, ein separates Bistro mit 300 Quadratmetern Fläche und 64 Parkplätze. Das Vorhaben hat auch einige Anwohner auf den Plan gerufen, die in der Sitzung Gelegenheit hatten, ihre Bedenken vorzubringen.


Aber sowohl Ortsvorsteher Michael Schmidt von der CDU wie auch Bauamtsleiter Gerhard Schmidt erläuterten das baurechtliche Verfahren, stellten klar, dass es zunächst lediglich um einen Grundsatzbeschluss geht, ehe weitere Schritte folgen können. „Wir wollen eine möglichst große Transparenz auch gegenüber der Bevölkerung erreichen“, stellte Bauamtsleiter Schmidt klar, und Ortsvorsteher Schmidt versicherte den Zuhörern, dass sie während Offenlegung der Planungsunterlagen zu jeder Zeit ihre Bedenken und Anregungen vorbringen können.

Ebenfalls einstimmig hat der Ortsrat einen Grundsatzbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans Dienstleistungspark Betzelhübel befürwortet. Grund ist die Absicht des Saarländischen Schwesternverbandes, in diesem Bereich ein modernes Alten- und Pflegeheim zu errichten. Die Nachbildung der äußeren Grundmauern der Ottweiler Synagoge, die in der letzten Ortsratssitzung von der CDU-Fraktion beantragt und vom Ortsrat einstimmig beschlossen wurde, muss nach einem Widerspruch des Landesdenkmalamtes anders als ursprünglich vorgesehen ausgeführt werden. Eine Nachbildung mit Platten ist nicht möglich, nun sollen die Grundmauern mit rotem Granitpflaster dargestellt werden.



Keine Zustimmung gab es für einen Grundsatzbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans Stadtmitte. Die wäre Voraussetzung für die von einem örtlichen Unternehmen geplante Bebauung der Grünfläche Ecke Bliesstraße/Schlossstraße. Die SPD würde die einzige Grünfläche in diesem Bereich gern erhalten, meinte Fraktionssprecher Alexander Weiß. Sein Fraktionskollege Daniel Deckarm brachte zudem Bedenken gegen die Versetzung der dortigen Schrämwalze zum Ausdruck, denn die sei Mahnmal und Erinnerung an die saarländische Bergbauvergangenheit gleichermaßen. Bei vier Ja- und vier Neinstimmen sowie einer Enthaltung wurde die Empfehlung an den Stadtrat versagt.