Ökumenische Gedenkfeier zur Pogromnacht in Ottweiler

Pogromgedenken in Ottweiler : Den Opfern der Pogromnacht gedacht

Über 100 Interessierte sind einer Einladung zur Teilnahme an einer ökumenischen Gedenkfeier am Fornarohof gefolgt. Ältere und jüngere Leute wollten gemeinsam der Opfer der Pogromnacht vor 80 Jahren gedenken.

Die alljährliche Erinnerung an einem bereits vorhandenen Gedenkstein, einer Metallplastik in Form eines Davidsterns, besitzt in Ottweiler Tradition. Diese erfuhr aktuell weitere Impulse, denn ein weiterer Gedenkstein kam hinzu, der auf dem Schlosshof aufgestellt wurde. Auf einem Sandsteinsockel steht das detailgetreue dreidimensionale Modell der Synagoge und einer jüdischen Schule, die sich einst dort befanden. In Verbindung mit der Lebacher Louis-Braille-Schule ist zudem am neuen Sockel eine entsprechenden Plakette angebracht worden, damit auch sehbehinderte und blinde Menschen einen besseren Begriff von der einstigen jüdischen Tradition machen können.

Die Feier bestand aus Ansprachen, Gebeten und musikalischen Beiträgen. Für die Musik sorgte Gunnar Schröder am Cello. Pfarrer Erhard Kern sprach für die evangelische Kirche, Diakon Peter Munkes für die katholische Kirche, Bürgermeister Holger Schäfer im Namen der Stadt. Erhard Kern mahnte im Hinblick auf die Gegenwart vor gefährlichen Entwicklungen der Ausgrenzungen und wider das Vergessen. Er forderte mit Nachdruck mehr Wachsamkeit ein. Peter Munkes knüpfte daran an und erinnerte daran, dass damals einige Täter waren, andere sogar während der Untaten Beifall klatschten, manche sich mit Entsetzen abwandten, aber kaum jemand widersprach.

Auch Bürgermeister Holger Schäfer ging auf die Opfer, die Zerstörung des jüdischen Erbes und die vergleichsweise späte Aufarbeitung der damaligen Vorgänge ein. Schäfer: 

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