Perspektiven in oder ohne Uniform

Eine große Bandbreite an Berufen lernten die Schüler kennen, die den Karrieretag am Kaufmännischen Berufsbildungszentrum Neunkirchen nutzten. Auch „Berufe in Uniform“ waren vertreten.

. "Wir suchen Teamplayer, Familienmenschen, Strategen ... ", war auf einem Plakat des Zolls im Foyer der Schule zu lesen. Von hier aus starteten am Dienstagvormittag etwa 600 Schüler , um sich für die Planung des eigenen beruflichen Werdegangs inspirieren zu lassen. So auch am Stand von Zollinspektor Dominik Brach, der sich nicht über mangelndes Interesse beklagen brauchte: "Viele fragen, was man als Zöllner für Aufgaben hat." Tatsächlich ist die Bandbreite überraschend groß, die die "wichtigste Einnahmeverwaltung des Bundes", die unter anderem für KFZ- und Tabaksteuer zuständig ist, karrieremäßig zu bieten hat: "Sie reicht vom Vollzugsdienst bis zur Zollfahndung, die im Kriminalamt angesiedelt ist", so Brach. Je nach Abschluss steht den Auszubildenden die mittlere oder gehobene Laufbahn offen.

Natürlich muss es nicht unbedingt der Zoll oder die Bundeswehr oder die Polizei sein, die unter dem Motto "Berufe in Uniform" im Erdgeschoss vertreten waren. Ein Stockwerk höher stellten sich Unternehmen und Institute wie die Sparkasse Neunkirchen , Hörmann, die Barmer Ersatzkasse , Eberspächer, das Werkstattzentrum für behinderte Menschen der Lebenshilfe oder die Ärztekammer vor. "Wir wollen die Schüler möglichst früh über die zur Verfügung stehenden Wege informieren", erklärte Dominik Bendion, Pädagoge am KBBZ. Und zwar nicht nur über die schulischen, wie sie die Handels- und Fachoberschule sowie das Berufliche Oberstufengymnasium bietet, sondern auch die der Berufsausbildung. Nicht umsonst lautet die Devise im Haus: "Kein Abschluss ohne Anschluss." Komplettiert wird das Angebot durch Tipps für die Bewerbung, damit die jungen Leute schon früh selbst die Weichen für einen möglichst reibungslosen beruflichen Start stellen können: "So empfehlen wir beispielsweise, das eigene Facebookprofil zu reinigen und möglichst wenig Fehltage und -zeiten anzusammeln." Denn darauf schauen potenzielle Arbeitgeber mit zuerst. Was Bendion noch wichtig ist: "Bei uns gibt es kein Abitur zweiter Klasse", wie leider immer wieder behauptet wird. Fakt ist, dass man mit der am KBBZ erworbenen allgemeinen Hochschulreife alles studieren kann, auch Medizin. Die E-Kurse, sprich Kurse mit erhöhtem Leistungsniveau, sind die Zusatzqualifikation oben drauf.

Gut gefallen hat der Tag Marvin Braun. Globus könnte für den 18-Jährigen als Ausbilder interessant werden. "Dort gibt es viele verschiedene berufliche Möglichkeiten." Mitschüler David Ecker hatte sich vor allem bei Polizei und Zoll umgehört. Noch sei offen, was ihm mehr zusagt. Festlegen musste sich der 16-Jährige zum Glück am Dienstag noch nicht.

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