Nach Leidensdruck zur Beratung

Nach Leidensdruck zur Beratung

St. Ingbert. "Etwas Leidensdruck gehört dazu, sonst kommen die Leute nicht zu uns", sagt Angelika Baumgardt. Eine hohe Gas- und Stromrechnung, gestiegene Verbrauchswerte nach einem Umzug oder Fragen zur energetischen Sanierung schaffen den Druck, die Energieberatung der Verbraucherzentrale aufzusuchen

St. Ingbert. "Etwas Leidensdruck gehört dazu, sonst kommen die Leute nicht zu uns", sagt Angelika Baumgardt. Eine hohe Gas- und Stromrechnung, gestiegene Verbrauchswerte nach einem Umzug oder Fragen zur energetischen Sanierung schaffen den Druck, die Energieberatung der Verbraucherzentrale aufzusuchen. Diese bieten Angelika Baumgardt und ihre Beraterkollegen jeden Montagnachmittag im Infocenter der Stadtwerke unter der Stadtbücherei in St. Ingbert an.

Als ersten Schritt ermittelt die Diplom-Ingenieurin Baumgardt den Energiekennwert. "Der errechnet sich ganz grob aus dem jeweiligen Energieverbrauch, der Wohnfläche und der Zahl der Personen. Er ist, ebenso wie die Frage nach dem Alter der Fenster und der Dämmung der obersten Decke, ein wichtiger Anhaltspunkt, wie dringend Veränderungen sind." Aber schon ist die Energieberaterin mitten in der vielfältigen Materie. "Es gibt immer wiederkehrende Themen, aber viel Individuelles: Kein Beratungsfall ist wie der andere", meint Baumgardt.

Beispiel Heizungstausch. Spätestens alle 25 Jahre sei dieser fällig. "Ob sich Gas, Öl oder Holzpellets empfehlen, oder ob Solarnutzung oder eine Wärmepumpe sinnvoll sind, muss man im Gespräch klären." Manche Fragen scheinen am Beratertisch im Infocenter unlösbar. "Dafür gibt es unser Fallmanagement vor Ort. Dann kommt der Energieberater der Verbraucherzentrale zu der Wohnung, analysiert diese bei einem Vor-Ort-Termin und liefert einen schriftlichen Ergebnisbericht mit den Vorschlägen zu energetischen Verbesserungen." 45 Euro kostet der Besuch des Energie-Fallmanagers.

Nicht Geld kosten, sondern bringen soll hingegen ein anderes Standbein der Beratung: die Informationen über Fördermittel, die sich, wie Angelika Baumgardt einräumt, längst zum "Förderdschungel" verdichtet haben. "Es gibt manchen Zuschuss oder Kredit, von dem die meisten Bürger gar nichts wissen."

Kommen mehr Mieter oder Vermieter zur Energieberatung in St. Ingbert? "Das hält sich etwa die Waage." Deshalb hat die Beraterin für beide Gruppen Tipps parat. So sollen Mieter etwa ungedämmte Rollladenkästen oder Fenster abdichten. Und nicht zuletzt die Raumtemperatur etwas senken. "Schon ein Absenken der Raumtemperatur um ein Grad, senkt die Heizkosten um sechs Prozent." Dämmung steht auch für Hausbesitzer ganz oben auf der Liste der Tipps zur Energieeinsparung. "Die Dämmung der Kellerdecke von unten und der obersten Geschossdecke bringt ebenso wichtige Effekte wie der Austausch alter Heizungspumpen."

Die Energieberater der Verbraucherzentrale geben aber auch eine generelle Empfehlung an ihre Kunden: "Behalten Sie den Verbrauch für Strom und Heizung ständig im Blick und kontrollieren Sie ihn am besten monatlich. Ungewöhnlich hohe Werte fallen dann frühzeitig und nicht erst bei der nächsten Jahresrechnung auf."

Die Energieberatung in St. Ingbert findet jeden Montag von 14 bis 17 Uhr im Infocenter der Stadtwerke, Kaiserstraße 71, statt. Unter Tel. (06894) 95 52-550 ist eine Anmeldung zu der Beratung nötig, die fünf Euro kostet.

"Den Verbrauch bei Strom und Heizung sollten die Bürger am besten das ganze Jahr über regelmäßig im Auge behalten."

Angelika Baumgardt

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