Knackpunkte in den Kindergärten

Auf den ersten Blick schien diese Nachricht wie von einem anderen Stern: In Zeiten, in denen allenthalben von Nachwuchsmangel die Rede ist, fehlen in St. Ingbert Kindergartenplätze. Und zwar nicht zwei oder drei, sondern gleich 70

Auf den ersten Blick schien diese Nachricht wie von einem anderen Stern: In Zeiten, in denen allenthalben von Nachwuchsmangel die Rede ist, fehlen in St. Ingbert Kindergartenplätze. Und zwar nicht zwei oder drei, sondern gleich 70. Doch noch ehe irgendein Kommunalpolitiker mit Sorge über die Versorgungslücke oder Jubel über den Durchbruch für die Familienstadt reagieren konnte, trat das Rathaus auf die Bremse. Leider hat St. Ingbert nicht der ersehnte Kindersegen getroffen. Statt mit einer von einem Geburtenboom ausgelösten starken Nachfrage kämpfen die Kindergärten eher mit schwachen Strukturen, in denen kleine, kurzfristige Schwankungen offenbar schnell große Wirkung zeigen.Knackpunkt Nummer eins: Der Staat fordert und fördert derzeit vor allem Krippenplätze. Prompt setzen alle Kindergartenträger auf den Bedarf für die Allerkleinsten und tarieren - in Aussicht auf insgesamt weniger Kinder - ihre Räumlichkeiten durch den Abbau von Regelplätzen für die etwas Größeren aus. Knackpunkt Nummer zwei: Eltern wollen das Warten auf einen Betreuungsplatz vermeiden. Daher werden die Kleinen nicht nur in einer, sondern sicherheitshalber gleich in zwei oder drei Kitas angemeldet. Knackpunkt Nummer drei: Auch Kindergärten kennen Kann-Kinder. Diese werden zwar später im Jahr drei Jahre alt, sollen aber schon vorher ihr Kindergarten-Stühlchen sicher haben. Und diese Knackpunkte kumulieren in 17 Anmeldelisten, die erst einmal abgeglichen sein wollen. Der Kuddelmuddel ist aber beherrschbar. Bis die Kitas wirklich wegen zu viel Kindern aus den Nähten platzen, muss mehr passieren.