| 20:08 Uhr

Edle Steine
„Edle Steine“ verbinden Generationen

Schmuck aus „edlen Steinen“ war auf der St. Ingberter Börse sehr beliebt.
Schmuck aus „edlen Steinen“ war auf der St. Ingberter Börse sehr beliebt. FOTO: Cornelia Jung
Homburg/St. Ingbert. Die zweitägige Edelstein-Börse in St. Ingbert, die im Rathaus-Kuppelsaal und in der Stadthalle stattfindet, hat treue Aussteller und Besucher. Denn sie gilt als attraktiv und sehr familiär. Von Cornelia Jung

Auch wenn sich die Reihen der Aussteller immer mehr lichten und einige wegen Krankheit nicht anreisen konnten, ist die Börse „Edle Steine“, die am Wochenende zum 34. Mal stattfand, bei Ausstellern und Besuchern nach wie vor sehr beliebt. Aussteller der ersten Stunde werden immer weniger – das Alter lässt bei manchen keine Messen mehr zu. Gleichzeitig „wachsen“ wohl weniger Freunde von Gesteinen, Mineralien, Fossilien oder Schmuck nach, die dieses Hobby in einem Maße betreiben, das den Besuch einer solchen Veranstaltung lohnt.


Ein junger Mann aber, der sich mit Leib und Seele den versteinerten Lebewesen der vergangenen Jahrmillionen widmet, in der Region aktiv sammelt und sein Wissen gern weitergibt, ist Maximilian Wolf aus Contwig. An seinem Stand gab es die „Geschichte“ zum Fossil gratis mit dazu. Er ist erst zum zweiten Mal dabei, steuerte aber in diesem Jahr bereits die Sonderausstellung über die bunte Vielfalt der Achate im Kuppelsaal bei. Vielleicht hat er auch mal so angefangen wie der kleine Steppke, der mit seinem Bruder und seinen Großeltern über die Börse tigerte und nach interessanten Glitzersteinen suchte, die mit einem Taschengeld bezahlbar sind. Stolz trug er dann seinen steinernen „Fund“, eine ganze Palette mit rund 20 verschiedenen Quarzstufen aus Deutschland, vor sich her. Fündig wurden auch zwei Jungs, ebenfalls mit Oma und Opa unterwegs, die sich bei einem Anbieter kleine, aus Onyx gefertigte Tiere aussuchen durften. Die Stein gewordenen Launen von Mutter Erde, ob naturbelassen, geschliffen, in Form gebracht oder als Schmuck, begeistern Jung und Alt. Die Gründe zum Erwerb eines solchen Unikates sind vielfältig. Einige erfreuen sich an der Farbgebung, der Form oder peppen in Form von Kette oder Ring ihr Outfit auf. Wieder andere benutzen die Mineralstufen oder einzelne Kristalle als Heilsteine, beispielsweise zur Energetisierung von Trinkwasser oder Räumen.

Gerade für solche Interessenten, die treue Besucher der Edelsteinbörse sind, muss die Qualität der steinernen Ware sehr hoch sein. Das weiß auch Ramona Bungert aus Kaiserslautern, die für die St. Ingberter Kundschaft bei den Mineralientagen in München eine Woche zuvor „Rosinen pickte“ und von dort eine Quarzstufe mit großen durchsichtigen Einzelkristallen mitbrachte, die aus Arizona stammt. Ihr Mann ist froh, privat „nur“ eine der größten privaten Sammlungen mit Stücken aus dem Hunsrück und der Pfalz zu haben, denn bei den Quarzen könnte auch er schwach werden. Hingucker am Stand der beiden sind auch die brasilianischen Amethyststufen, die immer wieder Besucher der Börse anzogen. Seit 20 Jahren kommen die Kaiserslauterer zur Börse „Edle Steine“ nach St. Ingbert, im übrigen die einzige Veranstaltung dieser Art, die sie besuchen. Warum? „Es ist super hier. Wir fühlen uns gut aufgehoben. Es ist für uns eine lohnende und attraktive Börse. Außerdem haben wir viel Platz zum Aufbauen und sogar die Möglichkeit, unsere Stücke mit dem Lastenaufzug nach oben in die Stadthalle zu bringen.“ Manche Besucher würden sogar nur wegen des Angebots der beiden kommen.



Dass sie damit durchaus in guter Gesellschaft sind, wurde im Gespräch mit einer Kleinsteinhausenerin deutlich, die sich am Stand der Goldschmiedin Stephanie Kurz aus Zweibrücken einen Anhänger für ihre Kette kaufte. „Ich bin nur wegen Frau Kurz hier. Ich komme schon seit Jahren, weil sie immer so tollen individuellen Schmuck hat. Eigentlich hätte ich es von zu Hause nach Zweibrücken gar nicht weit, aber meine Arbeit lässt mir keine Zeit dafür. So ist also die St. Ingberter Börse eine gute Möglichkeit für mich“, so die Stammkundin.

Christof Fleissner aus Bad Berg-
zabern hat in der Pfalz der gute Ruf der größten Edelsteinbörse im südwestdeutschen Raum erreicht. Er war erstmals als Aussteller dabei und war bereits am Samstag zufrieden mit den Geschäften. „Ich komme wieder“, so das Fazit des Schmuckanbieters.

Zufrieden war auch eine Kundin aus dem nahen Bliesgau, die Weihnachtsgeschenke kaufte. Sie sucht auf den Feldern um ihren Heimatort selbst nach Fossilien, Haifischzähne gibt es dort allerdingsnicht. Nun hat sie einen besonders schönen in St. Ingbert gekauft und ein Geschenk für ihren Mann, einen Geologen, hat sie auf der Börse ebenfalls gefunden.

Einmal mehr hilfreich war der Börse auch der verkaufsoffene Sonntagnachmittag in der St. Ingberter Innenstadt. Nicht wenige „Einkaufsbummler“ statteten auch den edlen Steinen in Stadthalle und Kuppelsaal einen Besuch ab.