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Experten
Mit der Macht der Bewegung dem Krebs begegnen

Homburg. Der Verein Miteinander gegen Krebs hatte zu „Fragen an die Experten“ in den kleinen Sitzungssaal des Homburger Forums eingeladen. Von red

Bereits zum dritten Mal veranstaltete der Verein Miteinander gegen Krebs die Vortragsreihe unter dem Titel „Fragen an die Experten“ im kleinen Sitzungssaal des Homburger Forums.


Die als Veranstalterinnen des Spendenlaufs „Cross against Cancer“ mittlerweile auch über die Grenzen Homburgs bekannten engagierten Homburger Frauen hatten in diesem Jahr ein Thema gewählt, das sich besonders gut in das Selbstverständnis des Vereins einfügte. Unter dem Titel „Die Macht der Bewegung – Körperliche Aktivität bei Krebs“, referierte der Sportwissenschaftler Priv.-Doz. Dr. Sportwiss. Freerk Baumann aus Köln. In Ihrer kurzen Begrüßung zeigte sich die Vorsitzende, Dr. Cacacciola-Ketter beeindruckt ob der Tatsache, dass der Saal bis auf den letzten – noch schnell mit zusätzlichen Stühlen geschaffenen – Platz gefüllt war und bedankte sich für das große Interesse der gut 130 Anwesenden. Dr. Baumann, Jahrgang 1975, studierte von 1996 bis 2001 Sportwissenschaften mit den Schwerpunkten Rehabilitation und Sportmedizin. Sein Forschungsschwerpunkt: „Bewegung, Sport und Krebs“. Er ist Verfasser diverser wissenschaftlicher Publikationen und Info-Broschüren. In einem spannenden und zugleich unterhaltsamen Vortrag referierte Baumann über Forschungsansätze zum Thema und berichtete kurzweilig über die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Studien.

Eine Krebserkrankung, angefangen vom Schock durch die Diagnose, die meist kräftezehrende Therapie bis zur Rehabilitation und Nachsorge ist ein einschneidender Punkt im Leben von Betroffenen und Angehörigen. Durch seine Studien konnte Baumann nachweisen, dass von Anfang an das Thema „Bewegung“ nachhaltige Auswirkungen auf den Verlauf der Krankheit und insbesondere auf die Intensität der Nebenwirkungen haben kann. Durch gute Information und Aufklärung im Gespräch mit Ärzten und gut geschulten Therapeuten können hier viele Ängste genommen werden. Er fordert ein Umdenken -auch der behandelnden Ärzte- hin zu einem deutlichen Plus an Aktivität in jedem Stadium der Erkrankung, auch in kleinstem Umfang sei diese bereits förderlich.



Die Aufnahme der Bewegungstherapie in die Leistungskataloge der Krankenkassen sei das angestrebte Ziel, laut Baumann sei man hier bereits auf einem guten Weg. Deutschlandweit gibt es mittlerweile Krebssportgruppen, auch am Standort Uniklinikum Homburg haben Patienten bereits heute die Möglichkeit, während der Krebstherapie begleitend Sport zu treiben, so die ergänzende Information von Frau Dr. Cacacciola-Ketter. Durch sein lockeres und spritzig dynamisches Wesen schaffte es Herr Baumann bereits von der ersten Minute seiner Rede an, die Zuhörer zu begeistern, der Vortrag war gleichermaßen informativ und unterhaltsam.

Zur Vorbereitung auf den 4. Spendenlauf Cross against Cancer am 16. September wird es auch in diesem Jahr wieder die Aktion „von 0 auf 5“ geben, bei der Laufanfänger/Wiedereinsteiger aber durchaus auch Betroffene während der Therapie die Chance haben, sich mit professioneller Unterstützung durch Trainer der Laufschule Saarpfalz und in der Gruppe auf eine Teilnahme am Event vorzubereiten, sowohl durch Nordic Walking, als auch moderates Laufen.

Kontakt per E-Mail: info@miteinander-gegen-krebs.de, weitere Informationen auch im Internet: