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Die Kerb ist vorerst gerettet

Schon in den vergangen Jahren sorgte der Musikverein Niederauerbach bei der Kerb in Bruchhof-Sanddorf für Stimmungsmusik, auch bei der „geretteten Kerb“ 2016 sollen die Musiker wieder präsent sein. Foto: Reichhart/SZ
Schon in den vergangen Jahren sorgte der Musikverein Niederauerbach bei der Kerb in Bruchhof-Sanddorf für Stimmungsmusik, auch bei der „geretteten Kerb“ 2016 sollen die Musiker wieder präsent sein. Foto: Reichhart/SZ FOTO: Reichhart/SZ
Bruchhof-Sanddorf. Lange sah es im Frühjahr so aus, als wenn es in Bruchhof-Sanddorf mit einer lieb gewordenen Tradition zu Ende geht: Die Kerb stand auf der Kippe. Jetzt wird fürs Erste wieder gefeiert, Zukunftspläne gibt es auch. Thorsten Wolf

Am dritten Augustwochenende feiert Bruchhof-Sanddorf seine Kerb. Das an sich ist keine große Neuigkeit, die Veranstaltung hat im Ort eigentlich Tradition. Doch eben diese Tradition hätte in diesem Jahr fast ihr Ende gefunden. Denn im Mai des Jahres sah es eher so aus, als finde keine Zelt-Kerb auf dem Dorfplatz statt. "Die Veranstaltung dort stand auf der Kippe", blickte Ortsvertrauensmann Manfred Rippel im Gespräch mit unserer Zeitung zurück ins Frühjahr. "Da habe ich erfahren, dass sich der Sportverein Bruchhof-Sanddorf , der die Kerb erfolgreich schon seit mehr als 30 Jahren betrieben hat, zurückzieht. Das habe ich natürlich sehr bedauert."



In seiner Funktion als Ortsvertrauensmann habe er aber die Verpflichtung gesehen, die Kerb "nicht sterben zu lassen. Und deswegen habe ich eine Lösung gesucht". Doch war die wirklich nötig? Sprich: Wenn sich im Ort niemand findet, der eine zentrale Kerb ausrichten möchte, ist es dann nicht sinnvoll, die Tradition einfach zu beenden? Manfred Rippel: "Wirtschaftlich betrachtet könnte man das so sehen. Aber eine Kerb ist wahrscheinlich die erste Veranstaltung, die eine Dorfgemeinschaft vor über 100 Jahren gefeiert hat. Und das hat einen Stellenwert. Und deswegen muss man um eine solche Veranstaltung kämpfen."

Also habe er sich Gedanken gemacht. In seiner Funktion als Vorsitzender der "Vereine und Verbände" in Bruchhof-Sanddorf , einer Dachorganisation im Ort, habe er sich eben an dieses Gremium gewendet, um Unterstützung für seine Rettungsmission zu erhalten. Dies allerdings ohne Erfolg, "das ist mir nicht gelungen. Ich hatte keine Mehrheit für meine Idee. Dies lag daran, weil unsere Kerb mit ihrem Termin am dritten Wochenende im August in diesem Jahr mitten in die Ferien fällt und damit viele im Urlaub sind." Aufgeben wollte Rippel deswegen doch nicht - auch deswegen, weil sie die Terminsituation im nächsten Jahr anders gestalte, "und dann denken die Vereine im Ort auch wieder anders darüber".

Einen Partner bei seinen Plänen habe er dann im Gastronomen Hans-Jürgen Bernd, Ortsvertrauensmann in Erbach und seit zehn Jahren in Bruchhof zu Hause, gefunden. Bernd habe schon in den vergangenen Jahren zu den Beschickern der Kerb gehört. Mit ihm gemeinsam sei es gelungen, die Kerb wie geplant am dritten Wochenende im August, im Detail vom 19. bis zum 22. August, auf dem Dorfplatz zu veranstalten. Das Programm, so Rippel, orientiere sich an der Kerb der Vorjahre, mit Musik, Speisen, Ausstellern, Kuchenspenden aus dem Kreis der Bürgerschaft und einem wohltätigen Hintergrund, in den auch die neue Bäckerei im Ort eingebunden sei. Vor diesem Hintergrund musste im Gespräch mit Rippel und Bernd natürlich auch die Frage gestellt werden, ob sich ein Ort wie Bruchhof-Sanddorf ein Dorffest und eine Kerb "leisten" kann oder sollte? Hier machte Rippel klar, dass er sich schon vorstellen könne, das Dorffest und die Kerb gemeinsam und dann am Traditionswochenende im August stattfinden zu lassen.

Der SV Bruchhof-Sanddorf bestätigte die neue Situation zur Kerb. Pressesprecher Thomas Clemenz wies aber darauf hin, dass der Verein wie in den Jahren zuvor auf dem eigenen Gelände am Kerwe-Wochenende aktiv sei, mit Kerwe-Spielen und einem runden Programm.

Hans-Jürgen Bernd und Manfred Rippel haben sich aufgemacht, die Kerb in Bruchhof-Sanddorf zu retten. Foto: Thorsten Wolf
Hans-Jürgen Bernd und Manfred Rippel haben sich aufgemacht, die Kerb in Bruchhof-Sanddorf zu retten. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf