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Bürger dürfen Bedenken äußern

Nicht ganz so groß wie bei der ersten Veranstaltung war das Bürgerinteresse zur Erweiterung des Kalksteinbruchs. Foto: Erich Schwarz
Nicht ganz so groß wie bei der ersten Veranstaltung war das Bürgerinteresse zur Erweiterung des Kalksteinbruchs. Foto: Erich Schwarz FOTO: Erich Schwarz
Rubenheim. Was genau die Menschen rund um Rubenheim erwartet, wenn der Kalksteinbruch wie beantragt erweitert wird, war Gegenstand einer Info-Veranstaltung in der Rubenheimer Turnhalle. Das Publikums-Interesse blieb aber hinter den Erwartungen. Erich Schwarz

Am 15. März wird der Gemeinderat Gersheim eine Stellungnahme zur geplanten Erweiterung des Kalksteinabbaus bei Rubenheim abgegeben. Zuvor wird der Ortsrat Rubenheim über das Thema beraten, auch der zuständige Ausschuss des Gersheimer Gemeinderates. Um insgesamt auch für die Bürger noch weitere Informationen zu liefern, hatte die Gemeinde am Dienstagabend in der Turnhalle am Rubenheimer Sportplatz zu einer erneuten Info-Veranstaltung eingeladen. Aber der Druck scheint ein bisschen raus zu sein: Kamen bei der ersten Rubenheimer Info-Veranstaltung noch über 130 Bürgerinnen und Bürger , so waren es am Dienstagabend noch 80.

Was ist geplant? Steinbruch-Betreiber Oliver Schmitt will den Betrieb von bisher zehn Hektar Abbaufläche auf insgesamt gut 27 Hektar erweitern (siehe Info-Kasten). Unter der Leitung von Bürgermeister Alexander Rubeck diskutierten mit den Bürgern Andrea Chlench, zuständig für das notwendige Raumordnungsverfahren, Joachim Satorius vom Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) sowie Andreas Süßmut vom Planungsbüro Terrag.

Planungsunterlagen einsehen


Andrea Chlench erläuterte ausführlich Inhalt und Rahmenbedingungen für das Raumordnungsverfahren und teilte dabei auch mit, dass die Planungsunterlagen derzeit von interessierten Bürgerinnen und Bürgern in den Rathäusern von Mandelbachtal, Blieskastel und Gersheim bis zum 29. März eingesehen werden können. Und noch bis zu zwei Wochen später können die Bürger ihre Bedenken äußern. Ebenfalls werden zu dem Verfahren unter anderem die betroffenen Kommunalparlamente gehört, die Naturschutzverbände und sämtliche Fachabteilungen in den betroffenen Ministerien. Andreas Süßmut (Planungsbüro Terrag) erläuterte das geplante Abbauverfahren und machte auch Angaben über die Mengen und Vertriebswege. Zudem versuchte er über verschiedene Perspektivenfotos zu belegen, dass man den Abbau insgesamt nur schwer optisch wahrnehmen könne. In einer weitgehend sachlich verlaufenen Diskussion erläuterte dann Joachim Satorius, dass der Betrieb des Kalksandsteinbruchs ständigen Kontrollen unterliege. Erst am Vormittag sei der Betrieb unangekündigt überprüft worden. Der Experte vom LUA versuchte, die Bedenken von Axel Kammerer aus Wolfersheim zu zerstreuen.

Auflagenverstöße kritisiert

Kammerer warf dem Betreiber vor, schon sehr oft gegen Auflagen verstoßen zu haben. Weitere Diskussionsbeiträge waren Fragen zur Nachhaltigkeit des Abbaus, zu Lärm- und Staubbelästigungen sowie zum schlechten Zustand der Straßen, besonders der L 231. Diesen führen die Gegner des Kalkabbaus auf die schweren Lastwagen zurück, die das Gestein abtransportieren. Hier konnte der Bürgermeister berichten, dass der Landesbetrieb für Straßenbau eine Verbesserung der Straßensituation in zwei Bauabschnitten plane. So solle die Straßendecke erneuert werden, auch die Bankette am Straßenrand sollen befestigt werden. Kontrovers diskutiert wurde die Frage, in wie weit der Kalkabbau mit dem Biosphärengedanken in Einklang zu bringen sei.

gersheim.de



Zum Thema:

Hintergrund Der Betreiber des Steinbruchs will eine Erweiterung des Abbaus von bisher zehn Hektar auf 27,1 Hektar erreichen. Die jeweils "offene" Abbaufläche beträgt fünf Hektar, diese wird dann nach dem Abbau sofort wieder verfüllt. Abgebaut wird Trochiten-Kalk, der im dortigen Gebiet etwa eine Mächtigkeit von sechs Metern hat. Das Abbauvolumen beträgt insgesamt 1,6 Millionen Kubikmeter, pro Jahr sollen 100 000 Kubikmeter abgebaut werden. Nach Schätzung des Experten liefe der Betrieb somit etwa 16 Jahre. Kalksteine werden unter anderem für Pflaster- und Mauersteine gebraucht, den Wegebau oder als Schotter oder Splitt sowie als Zwischenstoff für Beton oder Asphalt. ers