1. Saarland

Grundschüler zittern am dunklen Bahnhof

Grundschüler zittern am dunklen Bahnhof

Hofeld-Mauschbach. Wibke Schömann ist außer sich: Ihr kleiner Nils steht jetzt fast jeden Morgen bis zu einer Stunde auf dem Bahnsteig der kleinen Hofelder Station. "Bis zu einer Stunde muss er da früh morgens im Dunkeln warten", schimpft die Hirsteinerin. Nicht nur der Neunjährige harre dort aus. Andere Kinder mit ihm

Hofeld-Mauschbach. Wibke Schömann ist außer sich: Ihr kleiner Nils steht jetzt fast jeden Morgen bis zu einer Stunde auf dem Bahnsteig der kleinen Hofelder Station. "Bis zu einer Stunde muss er da früh morgens im Dunkeln warten", schimpft die Hirsteinerin. Nicht nur der Neunjährige harre dort aus. Andere Kinder mit ihm. "Und das bei dieser Kälte!" Erst dann komme der Bus, der den Viertklässler zur Waldorfschule nach Walhausen bringt. Nach dem Unterricht am Nachmittag setze sich das Ärgernis fort. Die 36 Jahre alte Mutter: "Ich habe mich bei der Bahn erkundigt. Und bei der Saar-Pfalz-Bus. Aber geholfen hat mir niemand."Ähnlich schildert es Sabine Nikolay (30). Sie wohnt mit ihrer Familie ebenfalls in Hirstein. Ihr neunjähriger Sohn Tom ist auch Waldorfschüler und mache zurzeit die gleiche Tortur mit: wie üblich mit dem Bus von seinem Heimatort an den Bahnhof und dann aber ewige Zeiten auf den Anschluss warten.

Das kann auch noch eine ganze Weile so bleiben, wie ein Bahnsprecher in der Frankfurter Unternehmenszentrale ankündigt. Der Grund dafür: Hoch- und Tauwasser hatte die Gleise bei Urweiler auf der Strecke St. Wendel - Türkismühle unterspült (wir berichteten). Darum ist ein Gleis momentan nicht zu befahren. Einige Züge werden deshalb in beide Richtungen über das eine freie Gleis geleitet. Zudem ersetzten Busse auf dem betroffenen Abschnitt einen Teil der sonst üblichen Bahnverbindungen. Die Folge: Es kommt zu teils erheblichen Verspätungen. Der Bahnsprecher: "Die Strecke kann voraussichtlich erst Anfang März wieder zweigleisig befahren werden." Einen entsprechenden Not-Fahrplan biete die DB im Internet.

Der Saar-Pfalz-Bus GmbH als zuständigem Regionalanbieter sind die Probleme bekannt. Allerdings gebe es nur bedingt Lösungen, berichtet Pressesprecherin Sabine Klär. "Die Busse des Schienen-Ersatzverkehrs haben systembedingt längere Fahrzeiten, so dass nicht alle Anschlüsse erreicht werden." So, wie es eben den Grundschulkindern in Hofeld ergehe.

Klär bietet folgende Alternative zumindest für die Heimfahrt: "Für die Schüler mit Zielort Hirstein beziehungsweise Gehweiler besteht die Fahrtmöglichkeit mit dem Bus des Schienenersatzverkehrs von Walhausen nach Türkismühle und ab hier weiter mit der Kreislinie 602 nach Hirstein und Gehweiler." Das bedeute jedoch, dass die Kinder etwa 20 Minuten später als sonst heim kommen. Für Sabine Nikolay und Wibke Schömann kein brauchbares Angebot, die für ihre Kinder in diesem unbekannten Reiseweg eine zusätzliche Gefahr sehen.

Sowohl der Bahnsprecher als auch Klär für Saar-Pfalz-Bus bedauerten die "Beeinträchtigungen" und "Unannehmlichkeiten". Doch anders sei es im Augenblick nicht zu bewerkstelligen.