Erinnerung an die Judendeportation

Im Oktober jährt sich zum 75. Mal die Deportation der pfälzischen Juden nach Gurs. Das Chawwerusch-Theater hat im Auftrag des Bezirksverbands Pfalz dazu ein Stück geschrieben. „Gurs – Erinnern“ wird am 31. Oktober in Zweibrücken aufgeführt.

Der Termin für die Gedenkveranstaltung zur Erinnerung der Deportation der pfälzischen Juden nach Gurs vor 75 Jahren steht jetzt fest. Am 31. Oktober zeigt das Chawwerusch-Theater das Stück "Gurs-Erinnern", wie der Beigeordnete und Kulturdezernent Henno Pirmann (SPD ) auf Nachfrage bestätigte. Der Ort steht noch nicht fest. "Wir wollen wir mit einem Vertreter des Theaterensembles reden, welcher Saal geeignet ist", sagte Pirmann. Der Beigeordnete hat wegen des Termins - der 31. Oktober ist der Reformationstag - mit Dekan Peter Butz gesprochen. Der Hauptgottesdienst des Feiertags findet am Morgen statt. "Und für die Church-Night finden wir gemeinsam eine Lösung", sagte Butz.

Die Gedenkveranstaltung löste in der jüngsten Sitzung des Zweibrücker Kulturausschusses eine heftige Debatte aus. Dabei fragte Wolfgang Ohler (SPD ): "Warum wurde das nicht im Kulturausschuss besprochen? Warum wurde nicht versucht, das selbst zu organisieren?" Er habe mit Michael Dillinger und Silvia Bervingas ein ähnliches Projekt geplant mit dem Schwerpunkt auf dem Konzentrationslager Stutthof. Der Beigeordnete Henno Pirmann, betonte, dass die Stadt für die Zweibrücker Künstler offen sei. So würden in diesem Jahr bereits zwei Stücke des Autorenduos Ohler/Dillinger in Zweibrücken aufgeführt. "Die Verwaltungsspitze hat sich diesmal für das Werk des Chawwerusch-Theaters entschieden", sagte Pirmann. Die Vorbereitung für die Aufführung sei schon angelaufen. So gebe es von den Stadttöchtern bereits finanzielle Zusagen.

Das Chawwerusch-Theater hat im Auftrag des Bezirksverbands das Stück "Gurs - Erinnern" geschrieben. "Das ist ein beeindruckendes Stück", sagte Christina Rauch (CDU ) in der Sitzung des Kulturausschusses. Sie war vor einigen Wochen bei der Aufführung des Stücks in Pirmasens. Rauch kann sich vorstellen, dass sich das Chawwerusch-Stück und das der Zweibrücker Autoren ergänzen. Nach Auffassung von Ingrid Kaiser (FDP ) reiche eine Aufführung aus.

"Da sollte die Stadt den Zweibrücker Künstlern den Vorzug geben." Wolfgang Ohler hatte in der Sitzung noch betont, dass er die Arbeit an dem Stück nicht stoppen werde. "Im Moment geht bei uns die Tendenz dahin, eine Aufführung zu verschieben", sagte er inzwischen. Das Thema Judenverfolgung möchte er mit Dillinger und Bervingas allerdings weiter auf die Bühne bringen, erklärte Ohler.

"Wir werden die Zweibrücker Autoren bei einer Aufführung weiter wohlwollend begleiten", sagte der Beigeordnete Pirmann. Die Entscheidung für Chawwerusch ändere nichts an der Achtung der einheimischen Künstler.