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Bodo Busse wird neuer Generalintendant am Saarländischen Staatstheater

Bodo Busse wird neuer Generalintendant am Saarländischen Staatstheater

Die Nachfolge von Generalintendantin Dagmar Schlingmann tritt Bodo Busse an. Er wechselt zur Spielzeit 2017/18 nach von Coburg nach Saarbrücken.



Vom Landestheater Coburg nach Saarbrücken: Bodo Busse wird neuer Generalintendant des Saarländischen Staatstheater. Das hat der Aufsichtsratsvorsitzende des Saarländischen Staatstheaters (SST), Kulturminister Ulrich Commerçon, heute in Saarbrücken mitgeteilt. Busse wechselt zur Spielzeit 2017/18 nach Saarbrücken und tritt die Nachfolge von Dagmar Schlingmann an.
"Busse hat als junger Generalintendant bereits mehrjährige Leitungserfahrung eines Drei-Sparten-Hauses, kommt aus dem Musiktheater und hat sehr erfolgreich Opern selbst inszeniert", sagte Commerçon. Zudem sei der 46-Jährige aus Coburg eine Führungspersönlichkeit mit hohen Kommunikationsqualitäten ins Theater wie auch in die Öffentlichkeit hinein. Commerçon ist sich sicher, dass Busse den Dialog mit anderen Kulturträgern, Kulturschaffenden der freien Szene und mit den Menschen im Land weiter vorantreiben werde.

Die Empfehlung der Findungskommission für Bodo Busse wurde einstimmig ausgesprochen. Der Kommission gehörten neben Kulturminister Ulrich Commerçon und der Kultur-Abteilungsleiterin des Kultusministerium, Heike Otto, die Intendantin des Volkstheaters in Wien, Anna Badora, und der Intendant des Deutschen Theaters in Berlin, Ulrich Khuon, an. "Dem Landestheater Coburg hat Busse mit einem ungewöhnlich abwechslungsreichen Spielplan - mit 540 Vorstellungen, 33 Neuproduktionen und zehn Wiederaufnahmen -
mit hoher künstlerischer Qualität zur überregionalen Aufmerksamkeit verholfen", sagte Commerçon.

Busse spreche nicht nur fließend Französisch, sondern verfüge auch über ein aktives Netzwerk zur französischen Opernszene: Mit dem Landestheater Coburg hat er 2013 die Wagner-Oper "Lohengrin" mit der Opéra de Haut-Normandie Rouen und der Opéra de Rennes koproduziert. "Die historisch gewachsene kulturelle Vielfalt und Buntheit des Saarlandes will ich im Theaterangebot widerspiegeln lassen. Ich freue mich sehr, meine Ideen, Erfahrungen und mein Wissen hier einzubringen. Außerdem bin ich sehr gespannt auf das Team am Theater und auf Land und Leute", sagte Busse.

Zur Person:
Nach seinem Abitur in Filderstadt studierte Bodo Busse Musikwissenschaft, Literaturwissenschaft und Rhetorik in Tübingen. Er besuchte Meisterkurse für Opernregie bei Ruth Berghaus. Nach Assistenzen an der Staatsoper Stuttgart und am Opernhaus Zürich ging er als Musikdramaturg an das Staatstheater Mainz. Später wechselte er als Musikdramaturg und Assistent der Generalintendanz an das Theater Dortmund. Am Stadttheater Gießen war er Geschäftsführender Dramaturg mit Regieverpflichtung, bevor er von Dr. Manfred Beilharz als Musikdramaturg und Mitglied der Opernleitung an das Hessische Staatstheater Wiesbaden berufen wurde. Dort war er auch an der Programmgestaltung der Internationalen Maifestspiele beteiligt.

Bodo Busse war langjähriges Jury-Mitglied des internationalen Gesangswettbewerbs "German-Australian Opera Grant", der jährlich in Melbourne ausgetragen wird. Seit der Spielzeit 2010/2011 ist er Intendant des Landestheaters Coburg, einem Mehrspartenhaus in der gemeinsamen Trägerschaft der Stadt Coburg und des Freistaates Bayern. In Coburg hat er auch mehrfach Regie geführt, u.a. bei der Uraufführung der Musical-Oper "Dorian Gray" von Roland Fister, bei Salvatore Sciarrinos Kammeroper "Lohengrin", außerdem bei der szenischen Collage "Der Welt abhanden gekommen" mit Orchesterliedern von Gustav Mahler und Claude Vivier. Zuletzt hat er "Schuberts Winterreise" in der Orchesterfassung von Hans Zender in Szene gesetzt. Bodo Busse hat einen Lehrauftrag für "Experimentelles Musiktheater" am Forschungsinstitut für Musiktheater der Universität Bayreuth. Seit Mai 2015 ist Busse Sprecher der Intendantengruppe im Landesverband Bayern des Deutschen Bühnenvereins.