Glosse : Unter einen Hut

In Deutschland gibt es keine Hüte mehr? Von wegen. Sie sind nur nicht groß genug. Denn viele Menschen wollen zweierlei unter einen Hut bringen, schaffen es aber nicht.

So beklagen nach einer Umfrage 68 Prozent der Eltern in Deutschland, sie könnten Beruf und Familie nicht unter denselben bringen. Das ist verständlich. Passt doch unter die Narrenkappe, die am Arbeitsplatz und zu Hause oft aufgesetzt werden muss, nur sehr wenig. Kein Wunder, dass da manchem schon mal die Hutschnur platzt.

Noch schlimmer sieht es vermutlich bei den Kindern aus. Denn die Kleinen können Spielen und Ins-Bett-Gehen nicht unter einen Hut bringen, die Großen ebenso wenig Schule und Spaß und schon gar nicht Smartphone und Gespräche am Frühstückstisch. Und gelegentlich bekommen sie deswegen auf die Mütze.

Aber damit nicht genug. Manche müssen bereits ab Mitte 40 Lebenserfahrung und Vergesslichkeit unter einen Hut bringen. Wobei manche behaupten werden, dieser Hut hieße einfach "Alter". Aber das ist vermutlich ein alter Hut.