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Leserbrief LSVS
Wer hat Vorteile angenommen?

 Im Rahmen der Berichterstattung über den Skandal beim Landessportverband (LSVS) gibt es noch offene Fragen, die Sie vielleicht auch aufgreifen sollten. So wird Herr Roth zum Beispiel wegen Vorteilsgewährung/Begünstigung mit einer Geldbuße belegt.

Gegen Herrn Meiser ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen der gleichen Delikte. Aber wo und wer ist auf der anderen Seite? Wenn beide Vorteile gewährt oder begünstigt haben, müsste doch auch jemand da sein, der diese Vorteile entgegengenommen hat. Sollte das ein Beamter etwa der Rechtsaufsicht im Innenministerium gewesen sein, so müsste dieser nach den gültigen gesetzlichen Regeln mindestens unter dem Verdacht der Vorteilsannahme, wenn nicht gar der Korruption stehen. Hier könnte die SZ im Sinne der Aufklärung der Ereignisse und Sachverhalte noch einmal nachfassen! Erstaunlich ist für mich auch die Reaktion der Einzelverbände angesichts des – zugegeben harten – Sanierungsplans. Niemand will etwas gemerkt oder gewusst haben, obwohl die skandalösen Entwicklungen seit Jahren im Gange waren. Kleine Vereine präsentieren ihren Mitgliedern auf den Hauptversammlungen ausführliche Rechenschaftsberichte und Haushaltspläne – manche sogar schriftlich – und führen Protokolle über die Versammlungen und Vorstandssitzungen, die auf Wunsch von den Mitgliedern auch eingesehen werden können. Hat eine große öffentlich-rechtliche und öffentlich finanzierte Organisation es nicht nötig, das kleine Einmaleins der Vereinsführung zu beachten, weil sich ihre Repräsentanten auf Grund ihrer gesellschaftlichen Stellung als unangreifbar ansehen?


Erich Schöpfer, Ottweiler