| 18:08 Uhr

Finanzskandal im Saarsport
Radfahrer-Präsident Aumann kritisiert den LSVS

Jörg Aumann (rechts), Präsident des Saarländischen Radfahrer-Bundes, mit dem sportlichen Leiter des Verbandes, Peter Schwöbel.
Jörg Aumann (rechts), Präsident des Saarländischen Radfahrer-Bundes, mit dem sportlichen Leiter des Verbandes, Peter Schwöbel. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Der Landessportverband für das Saarland (LSVS) sieht sich im Finanzskandal erstmals mit Kritik aus den eigenen Reihen konfrontiert. Jörg Aumann, der Präsident des Saarländischen Radfahrer-Bundes, bedauerte am Freitag, dass sich der freigestellte LSVS-Hauptgeschäftsführer Paul H. öffentlich nicht zu den Vorwürfen gegen ihn äußern darf. Von Tobias Fuchs und Kai Klankert

„Audiatur et altera pars – man höre auch die andere Seite ist ein Grundsatz des römischen Rechts. Er steht für den Anspruch auf rechtliches Gehör. Der Grundsatz bedeutet, dass der Richter alle am Prozess Beteiligten zu hören hat, bevor er sein Urteil fällt“, erklärte der Jurist auf seiner Facebook-Seite: „Ich finde ja, das ist ein guter Grundsatz. Dass sich mein LSVS trotz des Versprechens der vollumfänglichen Transparenz daran derzeit offenbar nicht orientiert, finde ich bedauerlich.“



Staatsanwalt ermittelt gegen Ex-Geschäftsführer

Der LSVS hatte H. gestern nicht von seiner dienstlichen Verschwiegenheitspflicht befreit. Die Anwältin des langjährigen Angestellten hatte dies am Mittwoch bei den Juristen des Verbandes beantragt. Ihr Nein kam überraschend, nachdem LSVS-Präsident Klaus Meiser in dem Fall „größtmögliche Transparenz“ angeordnet hatte. H. soll laut Meiser ein Millionendefizit verschwiegen und verschleiert haben. Gegen ihn ermittelt seit Mittwoch die Staatsanwaltschaft Saarbrücken wegen eines Anfangsverdachts der Untreue.