Treofan baut in Neunkirchen aus

Treofan baut in Neunkirchen aus

Treofan modernisiert seine Folienproduktion in Neunkirchen. Für 30 Millionen Euro baut der Hersteller in seinem Leitwerk bis zum kommenden Sommer eine neue, leistungsfähigere Produktionslinie.

Der Folienhersteller Treofan baut in seinem Neunkircher Werk für 30 Millionen Euro eine neue Produktionslinie. Das kündigte gestern Unternehmenschef Peter Vanacker an. Bereits in diesem Frühjahr ist der Baubeginn geplant. Die neue Fertigung soll Mitte 2015 in Betrieb gehen. Mit der neuen Anlage, die täglich 2,7 Millionen Quadratmeter Folie produzieren wird, soll die Produktion in Neunkirchen auf modernsten Stand gebracht werden, sagt Vanacker.

Treofan stellt Folien und Etiketten unter anderem für die Verpackung von Tabakwaren, Lebensmitteln, aber auch für technische Produkte wie Kondensatoren und Lithium-Ionen-Akkus her. Erst im vergangenen Jahr hat Treofan zehn Millionen Euro für eine neue Produktionslinie in Neunkirchen investiert, die Trennfolien für Lithium-Ionen-Akkus produziert.

Die jetzt geplante Anlage sei flexibler und deutlich leistungsfähiger als die bestehenden Fertigungsstrecken, sagt Vanacker. Und auch sehr viel sparsamer. Der Energieverbrauch liege 20 Prozent unter dem der anderen Produktionslinien. In Neunkirchen betreibt Treofan aktuell sieben Produktionslinien, drei davon produzieren Verpackungs-Folien und Etiketten .

Dass Folie nicht gleich Folie ist, verdeutlicht Vanacker an einem Beispiel. So werde die Verpackung von Schoko-Bonbons aus fünf hauchdünnen Schichten zusammengefügt, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften haben. Einerseits müssten sie gewährleisten, dass der Geschmack erhalten bleibt, andererseits müssten sie dünn, aber auch hoch reißfest sein. "Neben dem Preis sind es zunehmend die Eigenschaften, die bei einer Folie ausschlaggebend sind", erläutert Vanacker. Deshalb sei auch technisches Know-how und Innovationskraft ein entscheidender Faktor. Treofan habe die Investitionen in Neuentwicklungen daher um 20 Prozent erhöht, sagt Vanacker.

Die hohe Kompetenz der Mitarbeiter in Neunkirchen habe neben der zentralen Lage in Europa auch den Ausschlag für die 30-Millionen-Investition im Saarland gegeben. "Hier haben wir viel Fachwissen und auch Innovationskraft", sagt er. Neunkirchen ist das größte Produktionswerk des Konzerns mit einem Anteil von rund 40 Prozent am Gruppenumsatz von weltweit 500 Millionen Euro. Weitere Fabriken betreibt das Unternehmen in Mexiko und Italien.

Neue Jobs wird Treofan in Neunkirchen jedoch nicht schaffen: "Wir machen das mit dem bestehenden Personal", sagt Vanacker. In Neunkirchen arbeiten rund 500 Mitarbeiter. Vor knapp einem Jahr hatte sich Treofan von fast 100 Mitarbeitern getrennt, 30 davon wurden betriebsbedingt gekündigt. Jetzt sei das Unternehmen für die Zukunft wieder gesund aufgestellt, sagt der Treofan-Che f.

treofan.de