Treofan weiht neue Produktionslinie ein

Treofan weiht neue Produktionslinie ein

Mit einer Millionen-Investition hat der Folienhersteller Treofan den Standort Neunkirchen modernisiert. Mit den besonders komplexen Folien verschafft sich das Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil.

Wer ein Bonbon auswickelt und achtlos die Folie entsorgt, ahnt gar nicht, was für ein Hightech-Produkt er da wegwirft. Denn Verpackungsfolien sind Multitalente. Sie müssen schädliche Einflüsse wie Sonnenlicht und Bakterien draußen, Geschmack, Aromen und Vitamine drinnen halten. Verschiedene Lagen können den Folien dafür unterschiedliche Eigenschaften verleihen.

Besonders hochwertige Folien kann jetzt Treofan aus Neunkirchen anbieten. Dort ist im Sommer die neue 30 Millionen Euro teure Produktionslinie angelaufen. Fünflagige Folien aus 24 unterschiedlichen Rohstoffen können auf der neuen Anlage produziert werden, die noch die Testphase durchläuft. "Wir haben uns damit auf den neuesten Stand der Technik gebracht", sagte Treofan-Geschäftsführer Walter Bickel gestern bei der offiziellen Einweihung. Außerdem werde der Konzern auch in Zukunft Modernisierungsinvestitionen angehen. "Damit wollen wir unser Wachstum sicherstellen", sagte er.

Mit der neuen Anlage könne man nicht nur die Qualität der Verpackungsmaterialien erheblich erhöhen, sondern auch die Produktionsgeschwindigkeit, sagte Werkleiter Hedy Seyeda. Mit 30 000 Tonnen Folie pro Jahr ist die neue Linie eineinhalb Mal so schnell wie die bisher modernste und zweimal so schnell wie die älteste bestehende Produktionsanlage in Neunkirchen . 30 000 Tonnen Folie entsprechen 140 000 Fußballfeldern. Man könnte mit der Folie auch dreimal die Erde umwickeln - bei einer Breite der Bahnen von fast neun Metern.

Die Investition in Neunkirchen ist Teil eines 60-Millionen-Euro-Programms, mit dem der Konzern weltweit seine Fertigungsstruktur auf den neuesten Stand bringen will. Denn die Konkurrenz auf dem Verpackungsmarkt ist hart. China investiere massiv in Folienproduktion, heißt es bei Treofan. Allerdings vornehmlich in Masse. Um so wichtiger sei es, bei Innovationen die Nase vorn zu haben. Während China die Fertigung einfacher Drei-Lagen-Folien vorantreibe, setze Treofan auf besonders komplexe Folienstrukturen.

Dass die Investition in die neue Anlage in Neunkirchen stattfand, liegt laut Seyeda an der hohen Fachkompetenz der über 500 Mitarbeiter vor Ort, aber auch daran, dass die Forschung und Entwicklung des Konzerns mit 20 Mitarbeitern im Saarland angesiedelt ist. Treofan stellt in Neunkirchen neben Verpackungsfolien und Etiketten auch Spezialfolien für Kondensatoren und Lithium-Ionen-Akkus her.

Staatssekretär Jürgen Barke (SPD ) bezeichnete das Engagement als "große Investition in die industrielle Zukunft des Saarlandes". Dadurch würden Arbeitsplätze am Standort für Jahre gesichert.