Wenn Streicher Decken streichen

Saarbrücken · Lange hat es der Saarbrücker Musikschule an Platz gefehlt. Jetzt ist zumindest ein Raum dazugekommen, den Freunde und Unterstützer in Absprache mit der Stadt nun selbst wieder hergerichtet haben.

 Musik ist schön, macht aber viel Mühe. Mitglieder der Musikschule Saar renovieren den zusätzlichen Raum. Foto: Oliver Dietze

Musik ist schön, macht aber viel Mühe. Mitglieder der Musikschule Saar renovieren den zusätzlichen Raum. Foto: Oliver Dietze

Foto: Oliver Dietze
 Es gab viel zu tun. So sah der Raum vorher aus. Foto: Jean M. Laffitau

Es gab viel zu tun. So sah der Raum vorher aus. Foto: Jean M. Laffitau

Foto: Jean M. Laffitau

Die Stimmung der freiwilligen Helfer am Samstagvormittag in der Musikschule der Landeshauptstadt Saarbrücken war bestens. Etwa ein Dutzend Personen waren gekommen, um einen zusätzlichen großen Raum im hinteren Treppenhaus für die Musikschule der Landeshauptstadt Saarbrücken zu renovieren. Einige strichen die Wände, andere entrümpelten den Vorraum, einer trug den neuen Bodenbelag nach oben. "Dieser Raum stand jetzt mehrere Jahre leer, die letzte Nutzung stammte noch vom Stadtarchiv", erklärt Thomas Kitzig, Leiter der Musikschule. "Unsere Musikschule leidet an Platzmangel. Gerade einen größeren Saal können wir sehr gut gebrauchen", erzählt er von dem lange vernachlässigten Raum.

Anfang des Jahres 2013 schrieb der Förderverein der Musikschule der Landeshauptstadt Saarbrücken e.V. einen Brief an die Oberbürgermeisterin Charlotte Britz, mit der Bitte, diesen leer stehenden Raum nutzen zu dürfen - im Gegenzug wollte man ihn in Eigenregie herrichten. Britz fand die Idee sehr gut, musste sie aber prüfen lassen. Als nächstes kam es zu einem Treffen mit Vertretern des Gebäudemanagements der Stadt Saarbrücken (GMS), dem Kulturdezernenten Erik Schrader und dem Vorstand des Fördervereins der Musikschule. Dort wurde besprochen, dass das GMS aus Feuerschutzgründen einen Durchbruch zum vorderen Treppenhaus ausführen lässt, der Raum aber vom Förderverein renoviert wird. Und dafür darf die Musikschule den Raum in Zukunft mietfrei nutzen.

"Esther Thilmont, Mitarbeiterin des GMS, und Alexander Treib, kaufmännischer Leiter des GMS, haben uns sehr unterstützt und mit Rat und Tat zur Seite gestanden", berichtet Alexandra Raetzer, Schriftführerin des Fördervereins der Musikschule. Und: "Frau Thilmont will uns sogar gebrauchte, schöne Lampen der Stadt Saarbrücken besorgen".

Der nächste Schritt, den der Förderkreis dann machen musste, war, Helfer und Sponsoren für die Renovierung zu finden. Am Dienstag vor der Streichaktion wurde dann schon der alte Teppichboden aus dem Raum entfernt.

"Das war unglaublich. Gustav Rivinius, der berühmte Musiker, der wenige Stunden zuvor erst von einer Konzertreise aus Istanbul zurückgekehrt war, hat zusammen mit Alexandra Raetzer den ganzen Nachmittag Teppichkleber vom Boden gemeißelt", erzählt Thomas Kitzig, hocherfreut über den Einsatz der freiwilligen Helfer. Bei der Streichaktion am Samstag war Gustav Rivinius, Professor für Cello der Hochschule für Musik Saar, auch wieder anwesend. "Es ist zwar anstrengend, aber es geht schon", erklärt er bescheiden seinen Einsatz. Daneben sind auch Brigitte Cullmann-Selzer und Frank Brückner, beide Lehrer der Musikschule, am Renovieren. "Wir sind sehr motiviert, denn wir wissen ja, wie dringend die Schule einen weiteren Saal braucht", erklärt Frank Brückner. Wer sich den fertigen Saal anschauen will, hat dazu übrigens am 18. Februar Gelegenheit. Dann wird die Musikschule, die dieses Jahr ihren 60. Geburtstag feiert, ihr Jubiläumsprogramm bekannt geben und auch den selbst hergerichteten Raum präsentieren.

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